altemaelze

Lost in Translation

Kyrre Kvam

Wer auf Slow-Motion-Tiefgang steht, könnte hier fündig werden

Mit „Lost In Translation“ präsentiert der norwegische Sänger und Pianist KYRRE KVAM in zehn vertonten Texten seine einfühlsamen Kompositionen mit träumerischen und wehmütigen Klavierklängen. Das dritte Album des Sängers zeichnet sich durch eigene Gedichtsinterpretationen der Weltliteratur von RILKE und SHAKESPEARE, über MARIE VON TECK, STEPHANIE MOHR bis hin zu LOUSIE LABÈ aus. Geboren und aufgewachsen in Oslo studierte KYRRE KVAM Schauspiel und Musical an der Mountview Academy in London und absolvierte mit dem Musical „Jesus Christ Superstar“ eine Tour durch England. Danach zog es ihm nach Wien, wo er als Hauptdarsteller des Musicals „Hair“ am Raimund Theater spielte. Nachdem er in zahlreichen Produktionen wie „West Side Story” und „Poppea“ mitwirkte, war er 2010 für das Musikarrangement am Stadttheater Klagenfurt verantwortlich. Seitdem arbeitet er hauptsächlich als Komponist und Sänger. KVAM komponierte bereits Musik für Fernsehserien wie „Altes Geld“, „Braunschlag“ und „Höhenstrasse“ von DAVID SCHALKO. 2014 erschien schließlich das erstes Album „2508“ als Solo-Künstler. Mit „Lost In Translation“ präsentiert der nun in Wien ansässige Komponist eigenständige Interpretationen fremder Texte zur eigenen Musik. Für seine Lieder hat er Texte wie „Kimbery“ von DAVID SCHALKO, „Birdland“ von JANUSZ KICA und „Maria Stuart“ von STEPHANIE MOHR ausgewählt. Diese werden vom Klavier und elektronischen Keyboard-Klängen begleitet. Dabei beschreibt KVAM mit seiner außergewöhnlichen Stimme das Gefühl, sich zwischen den Welten zu bewegen und verbindet intensive nachdenkliche Gedichte mit berührenden Kompositionen. Heraus kommt seine einzigartige Verschmelzung von melodischer Lyrik mit klassisch anmutenden, sphärischen Klavierklängen. Dass hier die Melancholie gegen den Spaßfaktor gewinnt, dürfte auf der Hand liegen. Das mag Live recht gut kommen bzw. faszinieren, nach mehreren hintereinander gehörten CD-Stücken musste ich jedoch etwas gegen die aufkeimende Depri-Stimmung unternehmen. Wer jedoch auf Slow-Motion-Tiefgang steht, könnte bei Kyrre Kvam fündig werden. (Kofferradio) HuGe

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