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Das Theater Regensburg erhält als einziges Theater in Bayern im Programm „Zero – Klimaneutrale Kunst und Kulturprojekte“ der Kulturstiftung des Bundes, Förderung für ein innovatives Stadtraum-Projekt.

Das spartenübergreifendes Stadtraum-Projekt WAHRHEITEN wird am 1. Juli 2023 in der Innenstadt uraufgeführt.

Großer Erfolg: Theater Regensburg erhält erstmalig Förderung der Kulturstiftung des Bundes für innovatives und zugleich klimaneutrales Stadtraum-Projekt WAHRHEITEN.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert mit einem neuen Förderprogramm bundesweit klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte mit insgesamt 3 Mio. Euro. Als einziger Bayerischer Kulturbetrieb wurde das Theater Regensburg für den Fonds „Zero – klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte“ ausgewählt – als eines von 26 geförderten Projekten. „Es freut uns wirklich sehr, dass wir bei diesem wegweisenden Förderprojekt die Bayerische Fahne hochhalten dürfen. So werden unsere massiven Bemühungen für einen nachhaltigen Kulturbetrieb durch die nun gewährten  Bundesfördermittel weiteren Schub bekommen“, so der Kaufmännische Vorstand des Theaters Dr. Matthias Schloderer.

Das spartenübergreifendes Stadtraum-Projekt WAHRHEITEN wird am 1. Juli 2023 in der Innenstadt uraufgeführt und strebt nun eine Klimaneutralität bis zu 99% an. Zentrales künstlerisches Element ist Mobilität – der Haupttreiber der Klimabilanz des Theaters. Allen Projektbeteiligten und -teilnehmenden wird an vielen Orten der Stadt somit ein niedrigschwelliger Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Ressourcenbedarf unserer Gesellschaft ermöglicht.

Der Fonds Zero unterstützt Institutionen bundesweit bei der Umsetzung künstlerisch innovativer und zugleich klimaneutraler Projekte in den Jahren 2023–2024. Es handelt sich um thematisch vielseitige Vorhaben von großen und kleinen Institutionen aus zehn Bundesländern und den Sparten (Musik-) Theater, Tanz, Musik, Literatur, Kulturgeschichte und Bildende Kunst. Die geförderten Projekte verfolgen den in den Förderrichtlinien vereinbarten Zielpfad zur Klimaneutralität entlang der Reihenfolge „Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren“, um im Rahmen des Programms modellhaft einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dabei spiegelt die Vielfalt an experimentellen Maßnahmen der Emissionsreduktion die Herausforderungen und Potentiale insbesondere in den Handlungsfeldern Infrastruktur, Mobilität und Material.

Das Theater Regensburg ist Bayerns größtes kommunales Mehrspartenhaus mit eigenen Ensembles für Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Junges Theater sowie mit eigenem Philharmonischen Orchester und Opernchor. In rund 700 Vorstellungen werden in einer regulären Spielzeit etwa 180.000 Zuschauer an fünf festen und zahlreichen weiteren Spielstätten erreicht. Nachhaltigkeit und digitale Transformation sind aktuell als die strategischen Hauptentwicklungsfelder identifiziert worden.

Den ersten Schritt zu einer zukunftsfähigen und ökologisch nachhaltig agierenden Kulturinstitution ist das Theater Regensburg bereits gegangen und hat als erstes kommunales Fünfspartenhaus Deutschlands aus eigenem Antrieb im März 2022 eine Klimabilanz vorgelegt, die nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol (GHG) gemeinsam mit dem  Projektbüro WHAT IF für nachhaltige Kultur erstellt wurde. Hierfür wird das Haus unter anderem beim Umweltpreis der Stadt Regensburg 2022 prämiert.

Bereits vor einigen Jahren haben Beschäftigte des Theaters die Arbeitsgruppe „Grünes Theater“ ins Leben gerufen, die sich dem Ziel verschrieben hat, nachhaltige Arbeitsprinzipien im Betrieb zu implementieren. Die Theaterleitung unterstützt nicht nur das Engagement der Mitarbeitenden, sondern sieht das Theater Regensburg als öffentlich geförderte Institution in einer besonderen Verantwortung, als Teil der Gesellschaft beim Klimaschutz voranzugehen. Aus diesem Grund hat sich das Theater Regensburg das Ziel gesetzt, ein umfassendes Bewusstsein des eigenen Ressourcenbedarfs zu entwickeln, um ausgehend davon konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen abzuleiten und einen signifikanten Beitrag für den „Green Deal“ der Stadt Regensburg zu leisten. Anhand der Klimabilanzierung konnte der Bereich Energie (Scope 2) und Mobilität von Beschäftigten und Publikum (Scope 3) als die größten Klimatreiber des Theaters identifiziert werden.

Die derzeitige Energiekrise, die für eine drastische Steigerung der Stromkosten ab Januar 2023 verantwortlich ist, priorisiert die notwendige Reduktion des Energieverbrauchs zusätzlich. Im nun geplanten Stadtraum-Projekt WAHRHEITEN sollen wertvolle Erkenntnisse für einen nachhaltigen Kulturbetrieb gewonnen werden.