altemaelze

Live at the Fabrik Hamburg

Eddie Harris

rfreulicherweise glänzt dieses Album durch eine hervorragenden Sound- bzw. Klangqualität, was ja bei Live-Aufnahmen keinesfalls die Regel ist.

Der 1934 geborene Jazzer Mr. Harris ist echt ein Tausendsassa, so hat er z.B. hat mit YES gejammt und mit Stevie Winwood (ex-TRAFFIC) gespielt, die nun wirklich keinen Jazz spielen. Die Montreux-Aufnahme des Songs „Compared To What“ zusammen mit Les McCann machten Eddie Harris schlagartig bekannt. Der Hit wurde zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung. Angesiedelt irgendwo zwischen Jazz, Funk und Soul, kreierten McCann und Eddie Harris tatsächlich so etwas wie einen neuen Stil. Eddie konnte nicht nur Trompete und Vibrafon spielen, sondern auch noch singen; das Piano spielte er leidenschaftlich und das Tenor-Saxophon war sein Lieblingsinstrument. Harris praktizierte eine außergewöhnlich sichere Überblas-Technik in den Clarin-Bereich des Tenorsaxophons, die er auf die Naturtöne der Blechblasinstrumente anwenden konnte. Er war immer für vogelwilde Grenzgängerei gut, so stellte er Versuche an, das Saxophon mit Fagottmundstücken zu spielen. Seine große Zeit hatte er Ende der 60er-Jahre des letzten Jahrtausends. Bereits 1996 starb er leider an einer Herzinsuffizienz. Jetzt gibt es das legendäre 1988er Konzert von Eddie Harris mit Darryl Thompson (Gitarre), Ray Peterson (Bass) und Norman Fearrington (Schlagzeug) als Doppel-CD im dreiteiligen Digipack mit 12-seitigem Booklet sowie Doppel-LP (180 Gramm, Gatefold, bedruckte Innersleeves). Die brodelnd kochende Begeisterung des Montreux-Gigs setzt sich in den NDR-Aufnahmen vom Hamburger Januar des Jahres 1988 fort, wo Eddie Harris in der „Fabrik“ mit seiner Band großartig aufspielte. Besonders „funny“ ist das Stück „La Carnival“ mit Eddies afrikanischen Scat-Gesangskapriolen. Auch der Blues kommt hier – z.B. auf „Eddie who?“ und „Get on down“ – nicht zu kurz. Das ist „Fusion“ at it‘s best. Erfreulicherweise glänzt die Doppel-CD bzw. Doppel-LP durch eine hervorragenden Sound- bzw. Klangqualität, was ja bei Live-Aufnahmen keinesfalls die Regel ist. (Jazzline) HuGe

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