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Ida Sand

Kritik zum Konzert am 27. September im Aurelium in Lappersdorf

Ida und ihre Band lieferten gut gelaunt eine absolut erstklassige Live-Performance ab.

Die Frau Sand mal wieder in Regensburg, da muss ich hin! Vor einigen Jahren durfte ich die schwedische Soul- und Jazzmusikerin im Stadttheater Live erleben und bin seitdem bekennender Fan. Ok, auf den letzten Drücker eine Verlegung vom Leeren Beutel in das Aurelium, soll mir recht sein. Dort kann man gut parken, und obwohl diese Konzerthalle äußerlich nicht gerade als Schmuckstück imponiert, ist der Saal räumlich und akustisch mindestens gehobene Mittelklasse. Mehr als gehobene Mittelklasse boten Ida und ihre Band, die gut gelaunt eine absolut erstklassige Live-Performance ablieferten. Die vier Musiker haben es einfach drauf und können sowohl süffige Jazz-Balladen als auch kräftig abrocken (z.B. „Born on the Bayou“ von CCR). Kein Wunder bei der wandlungsfähigen Stimme von Frau Sand, deren Bandbreite und Ausdruckskraft bemerkenswert ist. Besonders beeindruckend war das differenzierte und virtuose Spiel von Meistergitarrero Staffan Astner, den ich sofort in die gleiche Liga wie Carlos Santana & Co. eingruppieren konnte. Der bekannte Blueser Eric Bibb sah das offenbar auch so und trat mit ihm öfters zusammen auf. Als Zugabe kam eine starke Version des Meister(innen)stücks „Woodstock“ von Joni Mitchell – was will man mehr. An den Drums gab es übrigens ein Wiedersehen mit Per Lindvall, der einige Platten mit ABBA aufgenommen hat. Nach Gospel-, Funk- (mit „Stockholm Underground“) und einem hervorragenden Neil-Young-Projekt stellt sie jetzt ihr aktuelles Album „Do You Hear Me“ vor – ein feines leicht angejazztes Singer/Songwriter-Projekt, das zusammen mit den engsten Freunden während des Corona-Lockdowns im Heimstudio entstanden ist. Nach dem – traurigerweise nicht sonderlich gut besuchten – Konzert konnte ich mit der sympathischen Sängerin persönlich über ihre Musik-Projekte philosophieren und holte mir einige Tonträger, natürlich an Ort und Stelle handsigniert mit Idas Unterschrift. Die kommen an exponierte Stelle in der Sammlung, denn dieser beeindruckende Gig war und ist für mich schon jetzt der beste Auftritt 2022. HuGe

Fotokredit: Jazzclub