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Virtual Symmetry

Virtual Symmetry

Ein Fest für die Ohren aller Prog Metal Fans!

Die Italo/Schweizer Band Virtual Symmetry veröffentlichte kürzlich mit dem gleichnamigen, bereits dritten Studioalbum ein Fest für die Ohren aller Prog Metal Fans. Hier ist wirklich alles enthalten, was man an diesem Musikstil mag, oder auch nicht. Für das Nebenbei-Hören im Auto ist die Scheibe auch viel zu komplex, was man bereits beim fast 20 Minuten langen Einstieg, dem Titelsong „Virtual Symmetry“ merkt. Hier gibt es lange instrumentale Passagen, Hartes wechselt sich ab mit Softem, knackige komplexe Gitarrensoli treffen auf flirrende Piano-, Hammond- und Keyboardklänge, die hier, wie auch bei einigen anderen Songs, immer wieder an Dream Theater erinnern. Liegt wohl daran, dass Jordan Rudess als Gast mit an Bord ist. Der tolle Gesang in der Schnittmenge von Inglorious/SIXX A.M. bekommt hier aber eher wenig zu tun.  Dennoch schon mal großes Kino. Die restlichen Songs bewegen sich dann eher im kürzeren Rahmen mit sechs bis sieben Minuten, wobei immer wieder auch gerne mal ruhige Passagen mit eingestreut werden, damit das Gefrickel nicht zu anstrengend wird. Der Gesang, mal lieblich mal härter, ist ein weiteres Pfund mit der die Band wuchern kann. Nur beim eher balladesken „Butterfly Effect“ gefällt er mich nicht, da die Gesangslinien irgendwie nicht zum Rest passen. Cool finde ich die Nummer „Fantasie Di Veritὰ“, die nicht nur einen sehr poppigen Refrain abbekommen hat, sondern der zudem noch in italienisch gesungen wird. Das Pianooutro kommt dennoch überraschend. Komplett aus dem Rahmen fällt dann noch der Albumcloser „Insomnia“, der die einzige richtige Ballade darstellt und mich, nur mit Piano und Orchester (ob echt oder aus dem Rechner weiß ich nicht) untermalt, total an Queen erinnert und leider mit vier Minuten der kürzeste Songs ist. Die Produktion ist fett und wer ein Fan von Dream Theater, Shadow Gallery oder auch Symphony X bzw. Kamelot und etwas Evergrey ist, der sollte hier beherzt zugreifen. Alle anderen höre doch lieber erst Mal rein. Mir gefällt es jedenfalls richtig gut und daher von meiner Seite aus sechs Sterne. (Sensory Records/Alive) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal