altemaelze

I Still Care

Public Display Of Affection

„I Still Care“ zeigt, was Post-Punk sein kann!

„An act of near zen like non duality, hittin’ that golden ratio between the soulful and the sinful“, so lautet die selbstdefinierte Umschreibung des musikalischen Mixed-Media-Projekt PUBLIC DISPLAY OF AFFECTION (P.D.O.A.) – das macht neugierig. In Berlin (wo sonst?) ansässig, jedoch international besetzt, veröffentlichte die Band bislang eine EP und legt mit „I Still Care“ ihr Debütalbum vor. Die einzelnen Mitglieder haben eine bewegte Vergangenheit: Texterin und Vokalistin Madeleine Rose aus Australien fungiert als „performance artist with vocal gymnastics and dance“, Gitarrist und Keyboarder Jasper Munk veröffentlichte bereits unter eigenem Namen vier international anerkannte Alben, Bassist Lewis Lloyd spielt bei der Postpunk-Band PLATTENBAU, Schlagzeuger Anton Remy absolvierte mit BAKERY FROM BAKETOWN COLLECTIVE SHONEBERG bereits weltweite Tourneen. Als P.D.O.A. spielte das Quartett bereits in Südkorea und Polen und war 2020 auch Gast eines Arte Concerts. „I Still Care“ zeigt, was Post-Punk sein kann: Fernab von diesem Genre manchmal gefährlich naher Wehleidigkeit gehen P.D.O.A. straight nach vorne und right in yer face, wobei Madeleine’s Stimmakrobatik das Sahnehäubchen darstellt. Aber auch ruhigere Passagen finden in Tracks wie „Goodbye Watchmen“ ihren Platz, die zehn Stücke bieten das nötige Maß an Abwechslung, so dass Eintönigkeit oder gar Langeweile gar nicht erst aufkommt. Mich erinnert’s etwas an die späten VIRGIN PRUNES, aber ohne deren übermäßige Düsternis. Das Gesamtkonzept funktioniert – auch „nur“ rein akustisch, eine Live-Show würde ich aufgrund der Performance-Beschreibungen gerne mal sehen… (Nois-O-Lution/DIY) TheRealPal

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