altemaelze

Silent Landscapes

Rebecca Trescher New Shapes Quartet

Jazzig-sphärische Freigeist-Musik, für die man sich Zeit nehmen sollte.

Eine junge Generation der deutschen Jazz-Szene geht voran, traut sich und komponiert feinsinnige musikalische Perlen – weitab von Swing oder Fusion. Die Klarinettistin Rebecca Trescher bewegt sich dabei kompositorisch zwischen fast schon sinfonischen Texturen und erlaubt diesen doch eine intime Flexibilität, die im Zusammenspiel mit Jan Brill am Schlagzeug, Bassist Lukas Keller und Gitarrist Philipp Schiepek zum Ausdruck kommt. Hier gehts keineswegs jazzrockig zur Sache, vielmehr entstehen subtile und facettenreiche Kompositionen der Klarinettistin, klar strukturiert wie gleichermaßen sensibel umgesetzt in Melodik, Rhythmik und Tongebung. Ein Prozess der Band wie der Stücke selbst, den Trescher in ihren Partituren und Einzelstimmen einfängt und damit Raum für Assoziationen und musikalische Klangwelten schafft. Das Quartett nutzt ihn, macht sich diesen gekonnt zu eigen und transformiert ihn zugleich. Individuelle Stärke und kollektives Verständnis reflektieren und interpretieren so einen spannenden musikalische Schaffensprozess, welcher zugleich die Kreativität und die Intensität dieses Werdens widerspiegelt. Hier entsteht Raum für fließende Interaktion; kraftvoll und präsent, melancholisch und fragil. Sonderlich eingängig sind diese zumeist langsamen Musikstücke nicht, Frau Trescher und das NEW SHAPES QUARTET bieten ungewöhnliche jazzig-sphärische Freigeist-Musik, für die man sich Zeit nehmen sollte. (Enja/Yellowbird/Edel) HuGe

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