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Eternally Yours

Alphaville

Die größten Hits aus vier Jahrzehnten Band-Geschichte werden symphonisch neu interpretiert und mit einem großen Orchester neu eingespielt. Damit feiert die Band ihr 40-jähriges Bandjubiläum

Alphaville, die Band um Mastermind Marian Gold, war in den 80ern der größte deutsche Synth-Pop-Export und Schöpfer legendärer 80s-Hymnen wie „Big in Japan“, „Sounds like a Melody“ oder „Forever Young“. Nachdem in den letzten Jahren nicht mehr viel von der Band zu hören war, zuletzt wurde 2017 der siebte Longplayer „Strange Attractor“ veröffentlicht, wagt die Band jetzt den Schritt ins Symphonische und greift zum ganz großen Besteck: die größten Hits aus vier Jahrzehnten Band-Geschichte wurden symphonisch neu interpretiert und mit einem großen Orchester neu eingespielt. Damit feiert die Band ihr 40-jähriges Bandjubiläum. Überaus passend zu diesem Anlass präsentiert Alphaville erstmalig ein Best-of-Album seiner Hits in Orchester-Versionen. „Eternally Yours“ ist dabei mehr als eine bloße Übersetzung der Songs in das Klangspektrum eines Orchesters. Es ist vielmehr eine Symbiose zwischen Marian Golds stimmlichen Fähigkeiten, dem originären Alphaville-Sound und dem majestätisch kraftvollem Facettenreichtum des großbesetzten Deutschen Filmorchester Babelsberg. 23 Alphaville-Songs wurden aus ihren ursprünglichen Versionen im Elektropop dafür neu arrangiert. Auch für die Band selbst ist dieses Werk ein Highlight, denn in den Songs komme jetzt ihre wahre Natur zum Vorschein, so Frontmann Marian Gold. Als Beispiel sei „Forever Young“ genannt, sicher einer ihr großen Hits. Die internationale Reichweite des Songs, der immer wieder mit Chartplatzierungen rund um den Globus aufwarten kann, ist eindrucksvoll. Die Bedeutung der Komposition zeigt sich auch in der Liste von Coverversionen, die von Interactives Dance-Version über die Rap-Schlager-Kombination von Karel Gott und Bushido bis zu den Weltstars Jay-Z und Beyoncé reicht. Die sinfonische Anlage des Originals, das mit seinen Eingangsharmonien Pachelbels berühmten Kanon in D zu paraphrasieren scheint, machen es zu einer Schatzkammer für den Arrangeur Max Knoth, der zusammen mit Gold die Orchester-Version produziert hat. Es ist eine einzigartige Kombination aus Grandiosität, grenzenloser Naivität, Größenwahn und „der Vieldeutigkeit des Textes“, wie Gold es erklärt. „‚Forever Young‘ wird gespielt auf Hochzeiten, auf Begräbnissen, auf Geburtstagen, es gibt eigentlich keinen ehrenwerten Anlass, bei dem man es nicht einsetzen könnte. Und immer trifft der Song dazu eine elementare Aussage. Warum das so ist? Ich glaube, weil Sterblichkeit und Unsterblichkeit keine Widersprüche sind.“ Man wundert sich als Hörer über die natürlichen, warmen, ja vertraut klingenden Sounds und fragt sich, weshalb es nicht schon zuvor mehr symphonische Bearbeitungen von Alphaville-Songs gegeben hat. Gold geht gar so weit zu sagen: „’Eternally Yours‘ klingt in meinen Ohren daher tatsächlich so, als handelte es sich in Wirklichkeit um das erste Alphaville-Album – nur, dass es vor 40 Jahren nicht veröffentlicht wurde. Wir hatten damals eben kein Orchester zur Hand.“ Mit diesen Neueinspielungen geht die Band im nächsten Frühjahr auf Tournee und steht dann 2023 live auf der Bühne großer deutscher Konzerthäuser und Philharmonien, so auch in Bayern am 16. Juni in der Isarphilharmonie in München und am 17. Juni in der Nürnberger Meistersingerhalle. (Neue Meister) P.Ro

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