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Helloween & Hammerfall

Kritik zum Konzert am 9. September in der Regensburger Donau-Arena

Tolles Doppel-Konzert und somit ein toller Abend für alle Freunde des gepflegten Metals!

In einer gut gefüllten, aber bei weitem nicht ausverkauften Donau Arena starten Helloween sehr gewagt mit dem recht sperrigen, komplexen 13 Minüter „Skyfall“ vom aktuellen Album „Helloween“  in ihr 120 Minuten Set. Beeindruckend ist hier die Videoleinwand mit ihren Einspielern, die immer recht gut zu den vorgetragenen Songs passen. Ebenfalls beeindruckend ist die Performance der gesamten Band. Dani Löbe vedrischt sein Kit nach allen Regeln der Kunst und Markus Großkopf legt mit seinem Bassspiel dazu ein perfektes Rhythmusfundament. Die drei Gitarristen Weikath, Hansen, Gerstner spielen sich immer wieder wunderbar die Bälle zu und solieren auf höchstem Niveau. Das Zusammenspiel ist wirklich top, nur die Gitarre von Sascha Gerstner und sein Stageacting erinnert mich dann eher an Kajagoogoo. Gesanglich brennt hier bei Kiske und Deris auch nichts an. Hier sind halt Könner am Werk, die sich nur beim balladesken Intro zu „Forever and One“ etwas schräg anhören bzw. Kiske bei „Eagle fly free“ minimal neben der Spur liegt. Leider war der Live Sound, zumindest zu Beginn, viel zu dröhnig und verzerrt, besserte sich aber dann im Laufe des Konzerts. Zumindest kam es mir nach dem Wechsel auf die oberen Sitzplatzränge so vor. Von der Songauswahl her kam man sich eher auf der „Keeper Tour“ vor, stammten doch von den 15 gespielten Stücken (ein Gitarrensolo von Sascha Gerstner kam noch dazu) gleich sechs von den beiden Kultalben und nur drei von der aktuellen Scheibe. Jeder der Sänger bekam natürlich auch in Solo Spots Gelegenheit zu glänzen und seine Songs darzubieten („Perfect Gentleman“ und „Power“ von Kiske, „Master of the Rings“ bzw. „Time of the Oath“ bei Deris). Für Kai Hansen blieb hier nur die Gelegenheit bei einem Medley aus der „Walls of Jericho“-Phase bzw. der ersten EP seine noch immer vorhandenen Fähigkeiten zum Besten zu geben. Das als Ballade konzipierte „How many Tears“ (ziemlich sicher ein Scherz) wurde im Duett in einer knüppelharten Version von Kiske und Deris feilgeboten. Somit war es ein sehr unterhaltsamer Abend, wo ich mir aber doch den einen oder anderen Song aus anderen Alben der Band gewünscht hätte (zehn Alben stünden da noch zur Auswahl), mit kleinen Raritäten wie Songs von „Pink Bubble go ape“ oder „Chameleon“. Da die Band aber diese Alben nicht leiden kann, bleibt das ein Wunschtraum.

Als Co-Headliner auf dieser „United Forces“-Tour heizten bei Klassesound die Schweden von Hammerfall die Fan-Meute in der Arena schon mal so richtig an. Eine tighte Band mit einem Joachim Cans, der wie ein junger Gott sang, und tollen Soli ausgestattet brannte hier mal so nichts an und die Nordländer boten klassischen schwedischen Heavy/Power Metal mit schönen Chorgesängen in der Schnittmenge von Helloween, Judas Priest oder auch Iron Maiden. Während ihres gut 75-minütigem Set deckte die Band tatsächlich mit ihren 14 Songs inklusive eines Medleys  so ziemlich alle zwölf Alben ab und schreckte auch vor balladesken Klängen wie bei „Glory to the Brave“ oder „Last man Standing“ zurück. Das Publikum dankte es der Band mit Schlachtgesängen und massig Hörnern und war zudem sehr textsicher. Höhepunkte waren neben den bereits erwähnten Songs natürlich als Abschluss „Hearts onf FIre“, Fazit: Tolle Auftritte und somit ein toller Abend für alle Freunde des gepflegten Metals! (HJH