altemaelze

The God Machine

Blind Guardian

Das neue Album geht hier musikalisch verstärkt zurück zu den Anfängen der Band!

Als Blind Guardian Fan ist man das Warten ja gewohnt. So dauerte es wieder mal geschlagene sieben Jahre bis mit „The God Machine“ endlich das neue Album #11 oder #12 (je nach Sichtweise) erschienen ist. Legt man die Scheibe in den Player ein erlebt man gleich ein Gefühl des Bekannten. Oder auch nicht so ganz. Auffällig beim Durchhören der 51 Minuten ist die ungewohnte Reduktion der Orchesterparts wie es sie auf den Vorgängeralben noch zuhauf gab. Das neue Album geht hier musikalisch verstärkt zurück zu den Anfängen der Band und hier Richtung Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Es regiert die Härte wie man beim knallharten Einstieg „Deliver us from Evil“ gleich gut vernehmen kann. Im weiteren Verlauf gibt es mit „Damnation“, „Violent Shadows“ (fast schon Thrash Metal á la Exodus) und „Blood of the Elves“ noch mindestens drei weiter knüppelharte Songs. Abgefedert wird das Ganze aber immer mit diesen so feinen Chorgesängen, wie sie Queen immer hatten, und kurzen ruhigen Parts in den Songs. Wem dann mehr nach der Progressive Metal Ausrichtung der Band oder ruhigeren Parts ist, für den gibt es beim mit Orchesterparts und viel Melodien geschmückten „Secrets of  the American Gods“, der an Queensryche (mit Geoff Tate am Gesang) erinnernden fast Power Metal Ballade, dem getragenen „Life beyond the Spheres“ sowie der ergreifend gesungenen Ballade „Let it be no more“ genug Stoff zur Erholung für die Ohren. Der Rauswerfer „Destiny“ ist dann nochmal schön frickelig und komplex gehalten und hat den besten „Klargesang“ von Hanis Kürsch im Angebot mit tollen Gesangsmelodiebögen. Wer ihn als Sänger nie mochte wird aber auch hier wieder seine Probleme mit dem Album haben. Die Produktion ist, soweit man das im Auto CD Player beurteilen kann, sehr gelungen. Mir persönlich sind die Double Bass Drums etwas zu dominant und bollern gerne mal die Feinheiten zu und verhindern, dass man den Bass überhaupt wahrnimmt (wurde der überhaupt gespielt?). Dafür ist der Gesang top, die Chöre vom Feinsten und die Gitarrenarbeit und hier speziell die gerne mal an Brian May erinnernden Soli vom aller Feinsten und lassen maximal beim Opener etwas zu wünschen übrig. Aber das ist Jammern auf extrem hohen Niveau. Man erkennt das Gitarrenspiel von Andre Olbrich jedenfalls sofort. Somit eine ganz klare Kaufempfehlung meinerseits und mit sechseinhalb Punkten zu bewerten. Man sollte auf alle Fälle zur DigiPak Fassung greifen, gibt es doch hier drei Songs des Longplayers in alternativen Fassungen als Bonus obendrauf. Der Hardcore Fan greift eher zum Earbook, wo das Album noch als Instrumentalversion auf einer Bonus CD enthalten ist. Ich persönlich brauch das aber nicht. (Nuclear Blast Records) HJH ******/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal