altemaelze

Marching On

Ray Anderson

Dieses Album ist nichts für „so mal eben zwischendurch“, hierfür braucht man Zeit, Muße… und Offenheit.

Jazz und Solo-Posaune – da fällt bei Eingeweihten gleich der Name MANGELSDORFF. Der Rezensent kennt – zumindest live – auch Solo-Werke von HANNES BAUER… und mit „Marching On“ erscheint nun ein Album, das als konsequentes Ergebnis von seit 1982 gespielten Solo-Konzerten der Chicagoer Trombone-Legende RAY ANDERSON betrachtet werden kann. 1952 geboren spielte ANDERSON u.a. mit ANTHONY BRAXTON, GEORGE RUSSELL und BOBBY PREVITE und war außerdem Gründungsmitglied des Jazz-Funk-Ensembles SLICKAPHONICS. „Marching On“ vereint unterschiedlichste Einflüsse und Stilrichtungen mit dem einzigen gemeinsamen Nenner, dass eben nur ein Instrument gespielt wird – aber wie ist das gemacht! Neben Covers wie „Just Squeeze Me“ (ELLINGTON), „Equinox“ (COLTRANE) und dem guten alten „Moon River“ finden sich hier auch Originale wie der JOHN LEWIS gewidmete Titeltrack (a propos „Just Squeeze Me“: Man kann mit einer/durch eine Posaune sprechen – hier ist der Beweis!). Avantgarde / Free-Jazz gehen mit traditionellem Material eine Lliaison ein, auf die man sich einlassen muss – dieses Album ist nichts für „so mal eben zwischendurch“, hierfür braucht man Zeit, Muße… und Offenheit. Aber es lohnt sich! (Double Moon Records) TheRealPal

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal