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Let The Great World Spin

Nixon in China

Mit der Rubrik “Sound-Report: Platten aus der Region” stellen wir Veröffentlichungen aus der regionalen Szene vor, die schon mindestens zehn Jahre alt sind, also mindestens 2012 veröffentlicht wurden. Für den September präsentieren wir “Let The Great World Spin” von Nixon in China.

Die Band um Songwriter/Sänger Christian Rankl, Gitarrist Simon Schlee und Drummer Heinz Lehmann entstand aus der Umbenennung von „Fleur De Lis“, die aus der früheren Schulband am Goethe-Gymnasium unter dem Namen „Randy Old Devils“ entstanden war. Als „FDL“ wurden drei Alben aufgenommen – zwei davon in Los Angeles und Phoenix aufgenommen. Nachdem die gemeinsame Arbeit mit einem US-Produzenten immer wieder zu Einschränkungen, künstlerischen Differenzen und auch nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatte, war zunächst einmal Resignation angesagt. Nach der Beendigung der Zusammenarbeit und einer längeren Pause fand die Band allmählich wieder zusammen und benannte sich in „Nixon in China“ um. 2010 erscheint das erste Werk nach der Funkstille. „The Tide Is Always Going Out“ zeigt die Band in alter Form mit neuem Gitarristen Gregor „Gustl“ Eggersdorfer an Bord, als Ersatz für Daniel Taeger, dem früheren Lead-Gitarristen. Anfang 2012 wurde im Single Coil-Studio von Florian Speth in Sinzing dann dieses Album eingespielt. Die Band gibt’s schon lange nicht mehr, aber Heinz Lehmann ist noch immer aktiv als Drummer bei Johnny Firebird. Hier ist die Kritik, die damals in der “RSZ” erschienen war.

„Let The Great World Spin“ ist nicht nur der Titel des gesamten Albums, sondern auch der Name eines zentralen, akustischen Stückes auf dieser Produktion. Und der Name ist Programm: Braucht die Welt ein neues NIC-Album? Nö, sie dreht sich auch ohne weiter um die eigene Achse. Es is egal, aber trotzdem! Nach mittlerweile 12 Jahren gemeinsamen Proben und Komponieren wurde bewusst auf die gewohnte Live-Situation im Proberaum zurückgegriffen. Die Songs, darunter zwei akustische Stücke, sollten organisch, roh und unverfälscht auf Band gebracht werden. Die Gitarren sind dank Neuzuwachs Gustl wieder deutlich im Vordergrund und die Songs griffiger denn je. Textlich bewegen sich die Songs auf gewohnt hohem Niveau zwischen nüchternen Alltagsbeobachtungen und melancholischem Storytelling. Nach Meinung der Band „ein großartiges Album, das die Welt vielleicht nicht braucht, aber das genau deswegen wunderbar hörenswert ist.“ Und das es noch für umsonst gibt, es wird übers Netz verschenkt. Die zwölf Songs stehen auf bandcamp.com zum freien Download als MP3-320, aber auch hochwertigeren Formaten wie flac oder wav.