altemaelze

Someone‘s heartache

The Shadow Lizzards

Hier werden bewusst Elemente aus dem klassischem Hard- beziehungsweise Bluesrock sowie Psychedelic-Klänge zu einem druckvollen Amalgam zusammensetzt und Studiotricks sowie neumodische elektronische Spielereien vermieden.

„The Shadow Lizzards“ sind drei hochtalentierte Musiker aus Nürnberg, die jetzt mit „Someone‘s heartache“ ihr zweites Album vorlegen. Ihren Stil bezeichnen die „Frankenbeitl“ selbst als „Vintage Rock“ – hier werden bewusst Elemente aus dem klassischem Hard- beziehungsweise Bluesrock sowie Psychedelic-Klänge zu einem druckvollen Amalgam zusammensetzt und Studiotricks sowie neumodische elektronische Spielereien vermieden. Klar, das Ganze soll ja erdig und „handmade“ klingen. Keyboarder und Sänger Leistner nahm bereits im Grundschulalter Klavierunterricht, seine musikalische Sozialisation verdankt er aber der Plattensammlung seines Vaters, die vor allem klassischen Rock wie Steppenwolf, The Doors, Jimi Hendrix oder Deep Purple umfasste. Speziell Jon Lord, das leider mittlerweile verstorbene Hammondorgel-Genie der letztgenannten Legenden, nennt der Franke als seinen persönlichen Helden. Drummer Oliver Pfeiffer steht neben Rock (bis vor kurzem spielte er parallel noch in einer Hendrix-Tribute-Band) primär auf amerikanischen Soul der 1960er. Da ahnt man doch schon wo es lang geht. Schon bei den ersten Songs fühlt man sich in die 70er-Jahre des letzten Jahrtausends versetzt, Song Nr. 3 „Ricochet“ beginnt sogleich wie ein Deep Purple-Song Anfang der 70ies und so geht das weiter. Zugegeben, das musikalische Rad wird hier nicht neu erfunden, aber egal – es rockt! Hier kommen sowohl jüngere „Stoner-Sound-Listener“ als auch Klassikrock-Fans, die sich vorwiegend in der Hochzeit des Progrock und Hardrock aufhalten, auf ihre Kosten. Da die Orgel bzw. die Keys munter aufspielen dürfen, ist die Band vielfältiger als die meisten rein gitarrenlastigen Power-Rock-Trios. Das Songwriting der Band ist differenzierter und verspielter geworden, da entstehen – neben den üblichen Rock-Knallern – zum Glück auch spannende mystische Midtempo-Songs wie das siebenminütige dramatische „No one can save me“, das allein den Kauf dieser Scheibe wert ist. Wer es nicht glaubt, kann die Band am 17. September im „Muz-Club“ in Nürnberg bei ihrem Release-Konzert bewundern und sich selbst eine Meinung bilden. (Tonzonen Records) HuGe

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