altemaelze

Black & Gold

Thundermother

Diese Mädels rocken, können aber auch Balladen.

Mit „Black & Gold“ veröffentlichen die schwedischen Hard Rock Damen von Thundermother ihr inzwischen schon viertes Album. Gestählt durch eine Vielzahl an Liveauftritten (u.a. auch 2021 im Rahmen der Strandkorb-Open Airs in Cham) lässt man spieltechnisch auch dieses Mal nichts anbrennen. Die Rhythmusfraktion ist gewohnt solide, die Gitarren riffen schön, auch wenn mir die Soli an sich noch immer zu simpel und arg kurz geraten sind. Dafür hat man mit Guernica Mancini eine richtig gute Sängerin an Bord. Musikalisch gibt es eine schön anhörbare Mischung aus Pop/Rock („I don’t know you“ das auf Heavy Rotation bei Rock Antenne läuft), 70er Jahre Rock („The light in the Sky“, das mich an „I love Rock’n’Roll“ von Suzi Quatro erinnert, auch gesanglich), 80er Jahre AOR meets Hard Rock („Black and Gold“, wo sich Heart und  Bon Jovi paaren auch wegen der Talkbox Einsätze und der Gesang in Richtung der Wilson Schwestern schielt). „Raise your Hands“ lässt dann endlich mal die Gitarre so richtig von der Leine mit feinem Solo und Gesang, wo mir Taylor Momsen in den Sinn kommt. Könnte glatt ein neuer The Pretty Reckless Song sein. Dass die Damen auch Balladen können beweisen sie beim Blues Pills meets Janis Joplin artigen „Hot Mess“ (auch hier Hammergesang)  und dem mit Akustikgitarren verfeinerten „Borrowed Time“, welches einen tollen Refrain und Text aufweist. Könnte so auch von den Scorpions stammen. Die simplen Good Feel Rocknummern dürfen natürlich auch nicht fehlen. „Wasted“ z.B. würde auch auf einem Rolling Stones Album eine gute Figur machen und heißt dort dann „Rocks off“, während „Watch out“ Aerosmith zu Ehren gereichen würde. Die Produktion ist sehr gut und nicht zu überladen. Also eher erdig gehalten. Somit gibt es von meiner Seite aus fünfeinhalb Sterne und eine Kaufempfehlung. (AFM Records) HJH

*****/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal