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A Day To Die

Regie: Wes Miller

Wahrscheinlich das letzte Movie mit Bruce Willis.

Bruce Willis, der Schauspieler, der als taffer Action-Star mit Streifen wie „Stirb langsam“ und „Armageddon“ Karriere machte, wird krankheitsbedingt nicht länger vor der Kamera stehen und muss seine Karriere beenden. Bei ihm sei eine Aphasie diagnostiziert worden, die seine kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt, war in der Mitteilungen im Frühjahr zu lesen. Willis war zuletzt im Film „A Day to Die“ zu sehen, der jetzt im Herbst als DVD und Blu-ray fürs Heimkino veröffentlicht wird. Für die meisten Fans war diese Information über Willis‘ Krankheit sicher ein absoluter Schock. Der Produzent dieses Action-Thrillers – Curtis Nichouls – wusste hingegen um den Gesundheitszustand seines Stars: Schließlich wurde er beim Dreh angewiesen, auf bestimmte Zeichen wie einen verwirrten Blick zu achten – und dann erst einmal eine Pause einzulegen. So wurde auch der geplante Zwölf-Stunden-Dreh, zu dem sich Willis verpflichtet hatte, kurzfristig auf zwei Tage aufgeteilt. Und im Film merkt man durchaus, dass Willis nicht mehr der alte ist. Doch zur Story: Connor Connolly (Kevin Dillon) ist Teil einer militärischen Ghost Unit, die bei einer blutigen Geiselbefreiung vom Hauptunterhändler Captain Alston (Bruce Willis) hintergangen wird. Viele Opfer lasten auf dem Gewissen der Einheit. Achtzehn Monate später ist der eine Bewährungsoffizier und der andere ein korrupter, skrupelloser Polizeichef. Als Connolly ein Gangmitglied des lokalen Drogenbarons Tyronne Pettis in Notwehr erschießt, kidnappt dieser seine Frau und verlangt von ihm innerhalb von zwölf Stunden zwei Millionen Dollar Lösegeld. Connolly hat keine Wahl, er muss sein altes militärisches Team zu Hilfe holen. Doch es gibt noch eine weitere Bedrohung, mit der er nicht gerechnet hat. Die Entführung bleiben dem korrupten Polizeichef Alston natürlich nicht verborgen. Der hat jedoch Bauchschmerzen, sich hier einzuschalten – schließlich steht er auch auf Pettis‘ Gehaltsliste.

Nachdem Willis 2019 noch im erfolgreichem (Anti-)Superhelden-Drama „Glass“ und in Edward Nortons Film noir „Motherless Brooklyn“ auf der Kinoleinwand zu sehen war, stand der frühere Action-Star seit 2020 nur noch in niedrig budgetierten Direct-to-DVD-Produktionen, oft in Nebenrollen, vor der Kamera. Dazu kann man sicher auch diesen Film zählen. Und doch ruft der eine gewisse Wehmut hervor, denn dieser Film deutet durchaus an, welche Altersrollen für den früheren Action-Star möglich gewesen wären. Statt sich, wie in seiner ikonischen Darbietung in „Stirb langsam“ von 1988, im Feinripp-Unterhemd ganz allein gegen die Bösen stellen zu müssen, darf Willis hier im schicken Maßanzug taktieren und intrigieren. Das hätten wir in Zukunft gern noch häufiger und auch in sorgfältigerer Ausarbeitung erlebt. SquareOne Entertainment veröffentlicht „A Day To Die“ am 16. September auf DVD und Blu-ray.

 

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