altemaelze

The BKC

The BKC

Eine richtig starke Scheibe, die für alle Hörer ein Fest ist, die auf Musik in der Schnittmenge von Bluesrock, Southern Rock und etwas Ballade stehen.

Dass aus der Oberpfalz richtig gute Rockmusik kommt, die auch in den nationalen Medien positive Erwähnung findet, weiß man nicht erst seit MASS, Sacco & Mancetti, 3 Dayz Whiskey bzw. T.G. Copperfield und erst kürzlich Starstrike. Mit dem Quartett The BKC gibt es nun neues Futter auf die Ohren. Die als Akustik-Cover-Combo “Fish’n’Price“ gestartete Band aus dem Raum Regensburg veröffentlichte kürzlich mit dem gleichnamigen Album eine richtig starke Scheibe, die für alle Hörer ein Fest ist, die auf Musik in der Schnittmenge von Bluesrock, Southern Rock und etwas Ballade stehen. Das Album ist richtig stark produziert, so dass man im Mix alle Instrumente gleichberechtigt heraushört (was ja nicht immer der Fall ist). Der Gesang ist stark (auch wenn man natürlich merkt, dass es kein englischer Muttersprachler ist, der hier singt), die Rhythmusfraktion hat den Groove und die Gitarrensoli sind so was von geschmeidig und international konkurrenzfähig, dass es einem warm ums Herz wird. Ein Großteil der Nummern auf diesem Album hat Einflüsse von Bands wie Lynyrd Skynyrd und Molly Hatchet („The Beer Killing Company“), Bad Company, abgeschmeckt mit etwas 3 Dayz Whiskey („Walking Week“) oder Blackberry Smoke  („Nashville Brewing Company“). Aber auch AC/DC mit Bon Scott haben den Blues („Fat Finger Blues“ mit einem T.G. Copperfield Gedächtnissolo) und Status Quo liefern den Boogie („Rock’n’Roll is true religion“, was man der Band eher abnimmt als neulich Lessmann/Voss). Der simple und kernige Rocker „When I was young“ zeigt mit einen fast eineinhalb minütigem Gitarrensolo-Outro die Fähigkeiten der Gitarre und dass man auch die ruhigen Momente bestens beherrscht, zeigt die Band beim Gary Moore Gedächtnissong, der ruhigen Bluesballade mit feiner Hammond Orgel Note „When the Night is over“, der fast reinen Akustikballade (mit schleifenden E-Gitarrenpassagen) „Tears of a Writer“ (die Erinnerungen an Lynyrd Skynyrds „Free Bird“ weckt) und natürlich die Sleaze-Rock-Band-Lagerfeuerakustikschrammelballade „Blame it on me“, die nur mit Akustikgitarren, und ich glaube einer Cajon dargeboten, Erinnerungen an die 90er Jahre wecken, als Bands wie Firehouse, Poison oder auch die D’Molls den Sunset Strip unsicher machten. Der einzig kleine Kritikpunkt, der mir hier einfällt, wäre die zu oft passierende Wiederholung des Titels im Refrain beim Titelsong bzw. „Tears of a Writer“. Vor allem letztere Nummer ist mit fast sieben Minuten dann doch einen Ticken zu lang geraten. Das nennt man aber dann Jammern auch hohem Niveau. Somit gibt es von meiner Warte aus eine absolute Kaufempfehlung für die Scheibe mit sechs Sternen und der Hinweis, dass man sich die Band dann auch unbedingt mal live ansehen sollte. (Eigenvertrieb) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal