altemaelze

From the new World

Alans Parsons

Parsons neuestes Werk ist weder ein großer Wurf noch Musik „aus der neuen Welt“. Aber es gefällt!

Drei Jahre ist‘s her, als uns Alan mit der Veröffentlichung seines letzten Studio-Albums „The Secret“ erfreut – oder verärgert – hat. Was länger währt, wird bekanntlich meistens gut. Aber der Reihe nach. Alan Parsons begann seine Karriere im Alter von 19 Jahren als Assistent des Toningenieurs in den legendären Abbey Road Studios in London, wo er mit den Beatles an deren legendären Alben „Let It Be“ und „Abbey Road“ arbeitete. Bald darauf brachte Parsons seinen innovativen technischen Stil in die Alben von Paul McCartney, den Hollies und Pink Floyd bei deren Meisterwerk „The Dark Side of the Moon“ von 1973 ein. Mit inzwischen 73 Lebensjahren zeichnet Alan immer noch eine jugendliche Gesangsstimme und jede Menge Kreativität aus. Klar, der progressive Rock wird auf „From the new World“ nicht neu erfunden. Muss er auch nicht, er hat in seinem Musikerleben genug innovative Elemente in die Rockhistorie eingespeist. Mr. Parsons setzt bei seinen Mitstreitern auf die altbewährten Profis aus seinem legendären The Alan Parsons Project, aber gibt auch jüngeren und noch weniger bekannten Talente wie Tabitha Fair (Gesang) und James Durbin (Gesang/Gitarre) eine Chance. Heraus kommt melodiöser und eingängiger progressive Rock, bei dem Heavy-Passagen gemieden werden. Das Stück „Halos“ beginnt Pink Floyd-alike und nimmt langsam Fahrt auf; vielleicht die beste Nummer auf der Platte. Aber nicht nur bei der Ballade „Don‘t fade now“ wirkt der Sound getragen und der Gesang kommt mehrstimmig aus den Speakern. Sogar der Ronettes Bubble-Gum-Hit „Be my Baby“ wird gecovert. Der Song stammt aus dem Jahr 1963, und wurde u.a. von Phil Spector geschrieben. Andy Kim (THE ARCHIES) hatte mit (s)einer feinen Version im Jahr1970 einen veritablen Pop-Hit. Aber muss der Artrock-Meister Parsons diesen Song so covern? Da entstehen doch einige Fragezeichen. Ich vermute schwer, dass die Scheibe für einige kritische Listener in die Rubrik „Softrock“ gehören dürfte. Ok, hier geht es zweifellos ruhiger zu als z.B. auf „Tales of Mystery and Imagination“, Alans neuestes Werk ist weder ein großer Wurf noch Musik „aus der neuen Welt“. Aber mir gefällts. (Frontiers) HuGe

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