altemaelze

Eraser

Long Distance Calling

Feines Instrumental-Album!

Die Münsteraner Post-Rock-Band (keine Ahnung, was diese musikalische Einreihung eigentlich bedeuten soll) veröffentlich mit „Eraser“ Ende August ihr neues, bereits  achtes Album auf ihrem neuen Label earMUSIC. Ich würde die Musik ja eher als instrumentalen (da diesmal wieder komplett auf Gesang verzichtet wird) progressive Rock/Hard Rock/Metal mit diversen ruhigeren Einflüssen bezeichnen. Die acht Songs plus Intro haben ein interessantes Thema (Zerstörung der Umwelt, Auslöschung von tierischen Spezies), wobei jeder Song einem anderen Tier gewidmet ist. Das erkennt man dann leider mangels Text nicht, außer es steht dann im Booklet drin. Die Produktion durch die Band selbst ist klasse, die Musiker absolute Könner an ihren Instrumenten und die Lieder sind extrem lang ausgefallen (bis zu zehn Minuten). Ob ihrer fein ausgearbeiteten Details, Sprünge in den Liedern (also harte Passagen treffen auf ruhiges auf elektronisches usw. wie z.B. bei „Kamilah“) ist die Musik an sich eher nichts zum nebenbei hören und verlangt schon Aufmerksamkeit. Es gibt Einflüsse von Dream Theater (beim harten Titelstück, bei dem ab der Mitte die Musik gen Kammermusik mit Streichern und akustischen Instrumenten schwenkt und bis zum Ende auch so bleibt), Leprous (beim schön Basslastigen „Giants leaving“ ), U2 trifft auf Alan Parsons Project trifft auf härte Marillion („Landless King“) und natürlich Pink Floyd. Das absolut grandiose und ungewöhnlichste Stück auf dem Album – „Sloth“ – ist nicht nur extrem ruhig (dem „Faultier“ gewidmet), ja schon fast balladesk sondern hat auch tolle Saxofoneinlagen und in den  Gitarrenparts könnte man fast meinen David Gilmour spielt als Gast mit.  In Summe ein wirklich feines Album das mir fünfeinhalb Sterne wert ist. Mehr hätte es gegeben, wenn dann doch wie früher ein oder zwei Songs mit Gesang an Bord wären, da ich nicht so der Freund von Instrumentalmusik bin (außer Joe Satriani, Marty Friedman und in Teilen Steve Vai). Fans der Band kaufen die Scheibe eh ungehört. (earMUSIC/Edel) HJH

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