altemaelze

Ride

Walter Trout

Ein zeitloses, abwechslungsreiches und absolut geniales Blues Album!

Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass Walter Trout einer der „Royals“ im  Blues ist. Mit seinen 71 Jahren veröffentlicht er nun mit „Ride“ sein bereits 30. Studio-Album. Er selber sagt, dass er hier so viele Themen wie möglich verarbeiten wollte, ertappte sich aber im Nachhinein dabei, dass er doch wieder über sein Leben schrieb, vor allem über seine Gefühle in der Pandemie. Nach Jahrzehnten auf Tournee, war auch WT gezwungen seit Pandemiebeginn eine für ihn endlos lange Zeit von eineinhalb Jahren zu Hause zu sitzen. „Ghost“ eröffnet mit einem heavy Blues, „Ride“ der Titelsong kommt upbeat rüber und erinnert ihn daran, als er davon träumte seine Kleinstadt zu verlassen und in die große weite Welt zu reisen. „Follow you back home“ ist eine Ballade mit gefühlvollem Gesang. „So many sad goodbyes“ thematisiert die vielen Toten in der Pandemie und transportiert den Schmerz sowie die Kontroversen und Angstmacherei zu diesem Thema. „High Is Low“, ein mitreißender Song dessen Text – der jüngste Songwriting -Beitrag seiner Frau und Managerin Maria – ein Zeitalter aufspießt, in dem „die Lügen in den sozialen Medien überhand nehmen und der Griff nach der Realität immer weiter abnimmt“. „Waiting for the dawn“ ein sensationeller Standard Blues – zeigt seine Konflikte auf, aber auch seine Hoffnung auf bessere Zeiten. „Better Days Ahead“ ist eine intensive Hymne die er schreibt, um sich bewusst zu machen, dass irgendwie wieder alles gut wird. Er schreit es nahezu in die Welt hinaus und krönt diese Aussage mit einem epischen Gitarrensolo. „The fertile soil“ im leichten Country style soll ihn daran erinnern wo er herkommt. „I worry to much“ thematisiert die Frage wie lange seine transplantierte Leber (die ihm 2014 das Leben gerettet hat) noch hält, mit dem Fazit, dass er sein Leben einfach genießen will solange es geht. Rockiger geht es weiter mit „Leave it all behind“, zackig mit eckigen Horns und Piano-Solo im Blues Brothers Style. „Hey Mama“ ist eine Erinnerung an seine Mutter und die Zeit seiner Kindheit.  Das leicht Hendrix-artige und stimmlich von Chet Baker beeinflusste Schlussstück ‚Destiny‘ erzählt ungeschminkt von der ersten Begegnung mit seiner Frau Marie bei einem dänischen Bluesfestival im Jahr 1990, mit der er bis heute glücklich verheiratet ist. Walter Trout schafft mit „Ride“ ein zeitloses, abwechslungsreiches und absolut geniales Blues Album das sich jeder Fan dieses Genre unbedingt kaufen sollte. Authentisch, genial geschrieben, gesungen und gespielt ist das ein absolutes Pflicht Album und bekommt von mir ein selten gegebenes „genial“ als Wertung. (Provogue) FuD

*******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal