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Other Shores

Heather Nova

13 sehr intime Neuinterpretationen mit der für Nova typischen Melancholie und sehr emotionalen Sensibilität.

Nach der Veröffentlichung ihres Full-Band-Rockalbums „Pearl“ im Jahr 2019 erkundet die Singer-Songwriterin von den Bermudas nun andere Ufer und veröffentlicht Ende August ein Album mit akustischen Coverversionen. Heather Nova hat schon immer mal gern die eine odere andere Cover-Version von Musikern wie Nick Cave oder Neil Young in ihre Live-Setlist eingestreut. Jetzt wählte sie etliche ihrer persönlichen Favoriten aus, entfernte allen unnötigen Sound-Ballast und nutzte nur das Gerüst, die eigentliche Seele der Titel, um diese mit spärlichster Instrumentierung und ihrer elfenhaften Stimme zu einem völlig neuen Leben zu erwecken. „Ich bin in erster Linie eine Songschreiberin, aber im Laufe der Zeit habe ich entdeckt, dass ich manchmal auch gerne eine Interpretin bin. Für mich geht es bei der Aufnahme eines Covers darum, die ursprüngliche Produktion zu entfernen, um das Wesentliche des Songs zu finden. Ich liebe den Prozess, mich in die Emotionen des Songs hineinzuversetzen, ihn als meinen eigenen zu empfinden und ihn in einer neuen, roheren und intimeren Form zu präsentieren. Es fasziniert mich, wie sich von Männern geschriebene Songs ganz anders anfühlen, wenn sie von einer Frau gesungen werden“, sagt Heather Nova. Und so ist es spannend zu hören, was sie aus bekannten Hits wie „Jealous Guy“ (Roxy Music) und Neil Youngs „Like A Hurricane“ gemacht hat. Man kennt diese Songs, aber entdeckt sie im selben Zug auch völlig neu. Sehr intim arrangiert und mit der für Nova typischen Melancholie und sehr emotionalen Sensibilität, mit fast schon einer fühlbaren Zerbrechlichkeit, versehen.  Die bisher veröffentlichten Singles vom neuen Album wie „Waiting For A Girl Like You“ (Foreigner), „Don´t Stop Believing“ (Journey) und „Never Gonna Give You Up“ (Rick Astley) dokumentieren das gut. So erläutert Nova zum Journey-Cover: „Vor ein paar Jahren baten mich einige Freunde, dieses Lied bei ihrer Gelübdeerneuerung zu singen. Zuerst war ich nicht sehr begeistert! Aber als ich das Lied auf seine nackten Knochen reduzierte und es aus dem Kontext der großen Hymne herausnahm, entdeckte ich eine süße Verletzlichkeit im Text, und ich konnte mich besser mit dem Lied identifizieren. Anstatt ihn zu schmettern, fand ich, dass das Singen im Flüsterton ihn auf eine ganz neue Weise fesselnd machte.“ Der neue Longplayer beinhaltet 13 solcher sehr intimen Neuinterpretationen mit der für Nova typischen Melancholie und sehr emotionalen Sensibilität und endet – passend für die Sängerin von den Bermudas – mit „Sailing“ von Rod Stewart. (Saltwater Music/OMN Label Services) P.Ro

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