altemaelze

Driving on the 44

Snowy White

Diese Scheibe sei allen Fans von Santana, Peter Green, Stan Webb & Co. ans Herz bzw. Ohr gelegt.

Wer kennt eigentlich den Snowy White? Immerhin ist Mr. White einer der besten zeitgenössischen Gitarreros; jedoch immer noch ein „Geheimtipp“. Er hat seinen eigenen Stil des „englischen“ Blues entwickelt, eine Kombination aus klaren, sauberen Blues-Phrasen und härteren Riffs, die ein erkennbares Merkmal seiner sehr persönlichen Songs sind. In den siebziger Jahren tourte er an der Ostküste Amerikas, kam bis nach New Orleans und entdeckte, dass er es sehr genoss, „on the road“ zu sein. Inzwischen hatte er sich mit dem inzwischen legendären englischen Bluesgitarristen Peter Green angefreundet, und sie verbrachten viel Zeit mit gemeinsamen Jamsessions. Im Herbst 1976 wurde er eingeladen, mit Pink Floyd als deren erster Aushilfsmusiker durch Amerika und Europa zu touren, ein Auftritt, der ihn 1977 die meiste Zeit in Anspruch nahm. 1978 bat ihn der Keyboarder der Band, Gitarre auf seinem Soloalbum „Wet Dream“ zu spielen, das er in Südfrankreich aufnahm. 1979 beschloss Peter Green, noch einmal ins Studio zu gehen, und lud Snowy und seine Band zum Jammen ein. Das Ergebnis war das Album „In the Skies“, das inzwischen zu einem Sammlerstück geworden ist. Dann wurde er von Pink Floyd gebeten, nach Amerika zu reisen, um ihr neues Programm „The Wall“ zu proben, und zur gleichen Zeit lud ihn die Rockband Thin Lizzy ein, ein festes Mitglied zu werden. Nach Abschluss der US-Termine der Floyds kehrte er nach England zurück und ging direkt ins Studio, um sein erstes Thin-Lizzy-Album „Chinatown“ aufzunehmen. Snowy blieb fast drei Jahre lang mit der Band auf Tournee und nahm 1982 „Renegade“ mit ihnen auf, bevor er seine Solokarriere startete. Snowys erstes Soloalbum trug den Titel „White Flames“. Dieses Album enthielt die wunderbare zeitlose, von Snowy geschriebene Ballade „Bird of Paradise“, das zu einem weltweiten Single-Hit wurde. Von 1999 bis 2014 tourte Snowy jedes Jahr mit Roger Waters um die Welt, darunter die „The Dark Side Of The Moon“- und die große „The Wall“-Tour. Zwischen den Tourneen gründete er das Snowy White Blues Project und nahm die Alben „In Our Time Of Living“ und „In Our Time…Live“ auf.

Auf seinem neuen Album gönnt er uns zehn großartige Tracks mit entspannten Riffs, coolen Grooves und gefühlvollem Blues. Hier werden nicht ego-mässig im Dauerfeuer die Gitarrenseiten solistisch bearbeitet um ja zu zeigen was man für ein toller Flitzefinger ist. Snowy ist ein Mann, der nichts zu beweisen hat, aber immer noch heiß, melodisch und rauchig Gitarre spielen kann. Man höre sich nur das schwebende Solo auf ‚Keep On Flying‘, das lange und kantige Workout auf ‚Blues 22‘, die sanften Gitarrensounds auf ‚Freshwater‘ und das ausdrucksstarke ‚Longtime Blues‘ an. Diese Scheibe sei allen Fans von Santana, Peter Green, Stan Webb & Co. ans Herz bzw. Ohr gelegt. (Snowy White/Soulfood) HuGe

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