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Anatomy of Anxiety

Human Abyss

Wer sich für schwedisch angehauchten, teils melodischen Death Metal begeistern kann, macht hier schon mal nicht viel falsch.

Die Berliner Band Human Abyss veröffentlichte Ende Juli mit „Anatomy of Anxiety“ ihr Debüt Album, das schön aufgemacht im DigiPak mit dickem Booklet zu haben ist. Wer sich für schwedisch angehauchten, teils melodischen Death Metal begeistern kann, macht hier schon mal nicht viel falsch. Die Band agiert sehr solide, Bass und Drums (gerne man in flotter Black Metal-Raserei unterwegs und sonst im Double Bass Drum-Gefilde zuhause) schieben gut an, die Gitarristen wissen zu riffen und auch der Wechselgesang zwischen tiefen, aber verständlichen Growlen und Cradle of Filth-Kreischen kommt gut. Nur die wenigen Gitarrensoli sind nicht so das Gelbe vom Ei und da darf noch gerne nachjustiert werden. Auch die Eigenproduktion weiß durchaus zu gefallen (auch wenn man das ab und zu merkt), so dass diese 38 Minuten schon Spass machen. Die Band ist auch schlau genug, um nicht immer nur Vollgas zu geben, sondern streut immer wieder mal langsam, groovige  (bei „Shallow Water“, der auch noch einen flotten Black Metal Part abbekommen hat) oder gar ruhige Parts ein („Mors Cardo). Dass die Band dann auch so richtig rohen Death Metal kann beweist sie bei „Disillusion“, der so richtig nach 1988 und früher erinnert, als die Band Death gerade auf der musikalischen Bühne erschienen war. Fans von Bolt Thrower, At the Gates, Entombed, Cradle of Filth oder auch Asphyx können hier als unbedenklich zugreifen auch wenn heutzutage das Geld ja nicht mehr locker sitzt und man eher das Bewährte supportet. Die Texte sind teilweise sehr persönlicher Natur (basierend auf dem Schicksal von Sänger Lynn) und sollten gelesen werden. Von meiner Seite aus gibt es hier erst mal viereinhalb starke Sterne. Bei YouTube kann man sich schon mal einen guten Eindruck verschaffen. Ich werde die Band mal im Auge behalten. (Bandcamp) HJH

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