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Otello – Oper von Giuseppe Verdi

Kritik zur Premiere am 15. Juli bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen in Regensburg

Nach zwei Jahren Zwangspause starteten die Thurn und Taxis Schlossfestspiele mit Verdis Oper „Otello“, einer Aufführung des Nationaltheaters Brünn, einem der angesehensten Opernhäuser Tschechiens. Es war ein fulminanter Neustart. Endlich wieder Kultur in diesem unvergleichlichen Ambiente inmitten der Stadt!

Verdis Oper von Liebe, Leidenschaft, Intrige, Verrat und Tod bildete einen gelungenen Auftakt der Festspielefür diees Jahr. Beeindruckende Szenen des starken Opernchores, lyrische Solo-Partien, starke Gefühle und inbrünstige Religiosität waren Gänsehaut-Momente in dieser Aufführung. Die böse Intrige Jagos verwandelt den erfolgreichen Feldherrn Otello in einen düsteren, von Eifersucht zerfressenen Mörder, dem Desdemona nur noch ein verzweifeltes Gebet entgegensetzen kann – beeindruckende Partien von Jana Srejma Kacirková (Desdemona), Harold Meers (Otello) und Giorgi Mtchedlishvili (Jago), die das Premierenpublikum begeisterten. Das Orchester, verborgen im Ballsaal des Schlosses, vom Dirigenten Robert Kruzik per Videoübertragung mit dem Bühnengeschehen koordiniert, machte diesen Abend nahezu perfekt.

Das stimmungsvolle Ambiente im Schlosspark bildet einen unvergleichlichen Rahmen für die Aufführungen. Zeit zum Flanieren hatten sich die meisten Besucher reichlich gegönnt, und das gute Wetter machte diesen Abend zu einem rumdum gelungenen Ereignis. Das Wetter scheint es in diesem Jahr gut mit den Festspielen zu meinen, und so können hoffentlich die weiteren Konzerte ebenfalls zu genussreichen Abenden werden.

Fotokredit: Veranstalter