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Coldplay

Kritik zum Konzert am 12. Juli im Olympiastadion in Berlin

Coldplay spielten gleich an drei Tagen in Berlin – und Oli Zangl war einmal dabei. Hier sein Eindruck von diesem Konzert

Gestern waren wir auf einen Kurzurlaub in Berlin. Meine Frau ist großer Coldplay Fan und ich bin es nach diesem fulminantem Konzert nun ebenfalls. Denn dieses Konzert war in seiner kompletten Darbietung ein wahrlich großes Event. Angefangen von den “Kinetik-Hüpfburgen und Powerbikes” zur Erzeugung von Strom, der dann sogleich in den Verbrauch der Nebenbühne floss, über die vielen Infos über Nachhaltigkeit und was mit den Eintrittsgeldern u.a. gefördert wird – gut, das war dem Konzert vorgelagert und als ein schöner Nebeneffekt sehr willkommen und gibt einem zumindest mal ein gutes Gefühl, dass da welche sind, die ein wenig mitdenken und auch handeln.

Weiter ging’s mit der Gesamtshow, die ihresgleichen sucht. Das Publikum wurde in die Show aktiv integriert. Die “ferngesteuerten Armbänder” waren ein optisch wundervolles Detail, was den Anblick sowohl für Publikum als auch für die vier Akteure auf der Bühne unvergesslich macht. Man kann das nur schwer beschreiben, muss man gesehen/erlebt haben. Die perfekte Abstimmung sämtlicher Showelemente mit der Musik und trotzdem die sehr lockere und sympathische Darbietung, v.a. vom Frontman Chris Martin war ein Genuss. Da wirkte gar nichts aufgesetzt. Ab dem ersten Ton von Opener “Higher power” war das Publikum geschlossen zu 100% dabei (welches sich vorher schon mittels La- Ola-Wellen in die Trance gefeiert hatte). Chris Martin ist ein großer Sympathieträger und hat das Publikum sofort in seinen Bann gezogen. Danach kam eine Flut von Welthits, die man ja alle kennt, auch als Nichtfan -mitsingen kann/muss da im Prinzip jeder. Eine Stimmung, die ich so noch nie erlebt habe. Hier standen keine “armverschränkten Musikpolizisten” rum, abwartend auf den nächsten Verspieler, sondern es wurde nach voller Lust und Laune abgefeiert. Coldplay bietet für Stadien die perfekte musikalische Plattform. Das Programm zeigte sich als sehr abwechslungsreich, mit einigen Standort- bzw. Bühnenwechsel. Ein Duett mit der Frontfrau von “H.E.R” aus dem Vorprogramm war ebenfalls ein musikalisches Highlight, die durfte dann auch ein Solo auf der Gitarre zum Besten geben.

Der Sound war in Summe gut, obwohl man natürlich beim Olympiastadion in Berlin Abstriche machen muss. Die Kesselwirkung erzeugt (v.a. für die, die in der Mitte des Stadions stehen (so wie wir)) unangenehme Delay-Effekte, da hier der Schall nicht so “aus kann”, wie vergleichsweise in München durch seine offenere Bauweise.

Nach knapp eindreiviertel Stunden Spielzeit war Schluss. Ohne Zugabe (das hätte eigentlich auch gar nicht wirklich in die Gesamtshow gepasst) verliesen die vier Coldplayer unter tosendem Applaus die Bühne quer durch das Publikum, genauso wie sie die Bühne betreten hatten. Ein sehr zufriedenes Publikum verlies das Stadion, es wurde immer wieder in Sprechchören, die Erkennungsmelodie von “Viva la vida” angestimmt.

Fazit: Das lange Warten, die weite Anfahrt und alles hat sich zu 100% gelohnt und wird – sobald es wieder geht – wiederholt. Danke und Chapeau an “Coldplay” für dieses EVENT!

 

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