altemaelze

Tornillo

Whiskey Myers

Diese Texaner machen bei Genregrenzen keinen Halt mehr. Southern Rock und Country, Classic Rock, Hardrock, Blues, R’n’B – irgendwo dazwischen haben sie ihren Sound gefunden.

Whiskey Myers kommen aus Texas, konkret aus Palestine, und spielen seit 15 Jahren zusammen. 2008 veröffentlicht die Combo ihr Debutalbum „Road of Life“, dem drei weitere Alben folgten, die aber wenig Beachtung fanden. Erst mit dem selbstproduzierten 2019er Longplayer „Whiskey Myers“ kommt für das Sextett ein Wendepunkt. Der ‚Rolling Stone‘ schwärmte, dass das „unwiderstehliche“ Album „die Platte war, die die Band machen wollte“, während das Magazin sie in einem Artikel mit dem Titel „How Whiskey Myers Won Over Mick Jagger and Made the Album of Their Career“  zu den Besten des Jahres zählte; das Album wurde in der ersten Woche 41.000 Mal in den USA verkauft und erreichte die Spitze der Country- und Americana-Album-Charts (sowie Platz 2 der Rock-Charts).

Und jetzt kommt der nächste Schritt auf der Erfolgsleiter mit ihrem sechsten Output. Jetzt, nachdem sie 21 Tage isoliert im Sonic Ranch Studio tief im Herzen ihrer texanischen Heimat, nur wenige Kilometer von der Grenze zwischen den USA und Mexiko entfernt, verbracht haben, haben sich die Gold-zertifizierten Renegades auf das konzentriert, was sie am besten können. Mit „Tornillo“, das nach der Grenzstadt benannt ist, in der sich der Aufnahmekomplex befindet, und das am 29. Juli über ihr eigenes Label Wiggy Thump Records im Vertrieb von Thirty Tigers veröffentlicht wird, hat die sechsköpfige Band ihr solides, eineinhalb Jahrzehnte altes Fundament genutzt, um neue Klanglandschaften zu erkunden. „Es wird einen etwas anderen Sound haben“, sagte Leadsänger Cody Cannon kürzlich im Gespräch mit ‚Outsider“ und erläutert: „Im Kern ist es immer noch Whiskey Myers, aber es ist ein bisschen frischer… Wir haben viel Bass und Bläser eingesetzt, was wir schon immer mal machen wollten. Wir sind einfach Fans von all der alten Musik und Motown-Sachen, und vielem, was aus Muscle Shoals kommt, altem Rock’n’Roll.“ Und er ergänzt: „Ich glaube, mit der neuen Platte werden wir das [Genre] noch mehr verbiegen. Es ist alles dabei. Aber das macht doch Spaß, oder? Ich hasse dieses ganze ‚Steck es in eine Box. Du musst das sein‘ … Das ist für mich keine Kunst. Ich liebe die Idee, einfach das zu tun, was man fühlt. Es kommt auf eine bestimmte Weise heraus, weil es einfach so ist. Whiskey Myers hat nie wirklich versucht, auf eine bestimmte Art und Weise zu sein. Wir sind einfach so, wie wir sind. Ich denke, das ist das Schöne an der Musik: die Freiheit, etwas zu schaffen.“

Die Band macht bei Genregrenzen keinen Halt mehr. Southern Rock und Country, Classic Rock, Hardrock, Blues, R’n’B – irgendwo dazwischen haben sie ihren Sound gefunden. Denn „Tornillo“ als Ganzes tut genau das, indem es sich von Nirvana ebenso inspirieren lässt wie von Waylon Jennings – und sogar den Gospel-Einfluss der legendären McCrary Sisters als Background-Gesang in das Projekt einbringt. Neben Cannon, der für das Songwriting verantwortlich zeichnet, haben auch Leadgitarrist John Jeffers und seine Bandkollegen Jamey Gleaves und Tony Kent sowie der aufstrebende Singer/Songwriter Aaron Raitiere an den zwölf Tracks des Albums mitgewirkt. Am besten selber in Songs wie „John Wayne“, „Antioch“, „The Wolf“ oder „Whole world gone crazy“ reinhören. Das ist Southern Rock der Neuzeit, die perfekte Mischung und absolut cool! (Wiggy Thump Records/Thirty Tigers) P.Ro

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