altemaelze

The Testament

Seventh Wonder

Einmal mehr stellen die Schweden ihr Talent für komplexes Songwriting sowie ihre beeindruckenden instrumentalen Fähigkeiten unter Beweis.

Wenn grandioser Gesang (hier Tommy Karevik, auch bei Kamelot am Mikro) auf phänomenales Gitarrenspiel und eine Monsterrhythmusabteilung trifft (der Bass ist wahrlich dominant wie bei „The Light“ und drückt im Mix zusammen mit den Drums) und mit feinsten Keyboard- und Electronicpassagen abgeschmeckt wird, dann kommt eine neue Seventh Wonder-CD dabei heraus. Vier Jahre nach „Tiara“ erschien im Juni mit „The Testament“ das erst sechste Progressive Metal Album der seit 2000 bestehenden Band. Beim Einlegen der CD wollte ich erst gar nicht glauben, dass das eine Frontiers Records-CD ist. Zu den vorher genannten Vorzügen gesellt sich nämlich noch ein fetter Sound mit Hammerproduktion und zum Verfeinern absolut umwerfende Chorgesänge, die nach AOR tönen wie Journey usw. Einzelne Lieder des 53 minütigen Werks herauszugreifen verbietet sich geradezu ob der Klasse des Songmaterials. Drei Titel nehme ich dann doch mal heraus, da sie etwas herausstechen bzw. abweichen: „Reflections“ ist ein fünfeinhalb-minütiges Instrumental in bester „Ytse Jam“ Manier von Dream Theater das alle musikalischen Merkmalen der anderen Songs gut aufzeigt. Gitarrensoli gehen über in geschmeidige Keyboardsoli und werden mit Bass/Drums abgeschmeckt. Das fast neunminütige „Under a clear blue Sky“ beginnt tatsächlich mit einen Basssolo als Intro und erzeugt Gänsehaut mit seinem extrem langen instrumentalen Part, wo alle Musiker zeigen dürfen was sie an ihren Instrumenten so drauf haben ohne ins Muckertum abzugleiten. Auch hier sind die Übergänge fließend und perfekt verzahnt. Der Song an sich fordert schon etwas Aufmerksamkeit beim Zuhören um alle Feinheiten heraushören zu können. Natürlich darf eine Ballade auch nicht fehlen und beim abschließenden „Elegy“ kann man gerne die Taschentücher rausholen. Extrem gefühlvoll gesungen verzichtet die Band auf jegliche elektrische Instrumente. Stattdessen erinnert es eher schon an einen Soundtracksong wie „My Heart will go on“ aus ‚Titanic‘ oder ‚Highlander‘ bzw. ‚Outlander‘ mit diesen irischen Flöten, Streichern, Piano, Geigen usw. und bietet einen schön ruhigen Ausklang zum vorherigen Parforceritt durch alles was Power bzw. Progressive Metal zu bieten hat. Wer sich also für eine Mixtur aus Dream Theater, Symphony X, Shadow Gallery, Journey, Angra bzw. Shaman (deren neues, leider nur in Brasilien erschienenes, Album „Rescue“ ebenfalls sehr empfehlenswert ist), Kamelot aber auch Stratovarius begeistern kann liegt hier goldrichtig und kauft sich dieses sieben Punkte Meisterwerk. Ganz großes Tennis! (Frontiers Music) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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