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The Rooster Crows

Kritik zum Konzert am 9. Juli in der Kneipenbühne in Oberweiling

Tolle Stimmung beim Gartenkonzert!

Nachdem die Wettergötter mit ihren widersprüchlichen und unzutreffenden Prognosen – von Kachelmann über Wetter-Online bis Agrarwetter – doch ein Einsehen hatten und nach einem bedrohlichen Dusch dieses Gartenkonzert der Kneipenbühne nicht ins Klassenzimmer verbannten, geschweige denn ins Wasser fallen ließen, konnte sich am vergangenen Samstag bei der ausverkauften Veranstaltung im O’wei-Garten nach kurzer Zeit eine großartige Stimmung einstellen, aufgrund derer sogar alte Männer anfingen zu tanzen: „Besser als Gymnastik!“ bemerkte da einer von ihnen. Kein Wunder, denn für brillante Stimmung sorgte das Quintett „The Rooster Crows“, das mit einer bemerkenswerten Bandbreite von Kompositionen der Beatles, der Stones, von Queen und einer Unmenge anderer bekannter und weniger bekannter Singer/Songwriter (wie zum Beispiel des unlängst an Corona verstorbenen John Prine) einen Konzertabend gestaltete, der die Zuhörerschaft den derzeit grassierenden Wahnsinn aus Krieg, Inflation, Pandemie und Umweltzerstörung für ein paar Stunden vergessen ließ und vielleicht damit ein wenig Mut und Zuversicht verbreiten konnte.

Mit enormer Sicherheit modelten die fünf Multiinstrumentalisten verschiedenste Stilrichtungen der Popmusik in eine ganz persönliche Interpretation um und bewiesen ein ums andere Mal, dass man mit einer fast klassischen Bluegrass-Besetzung aus Gitarre/Dobro, Mandoline, Banjo, Akkordeon/Keyboards, mehrstimmigem Gesang und Kontrabass so ziemlich alle Ecken der Popmusik ausleuchten und auf ein neues, ein anderes Niveau heben kann. Dass die Band (vielleicht) wegen der entspannten Garten-Atmosphäre etwas schluderte, tat der guten Laune keinen Abbruch – unter Umständen passierte sogar das Gegenteil: Eine lockere, sympathische Laissez-faire-Grundstimmung schien die Atmosphäre gar nachhaltig zu einem wunderschönen Höhepunkt zu bringen – die vielen Zugabe-Forderungen sprachen da für sich. (Golly)