altemaelze

Summon The Unearthly

Doublewide

Sollte die Band an der Gitarrenarbeit feilen und noch etwas abwechslungsreicher zu Werke gehen, dann kann das noch was werden.

Die Dresdner Band Doublewide veröffentlichte Mitte Juni ihr neues, drittes Album „Summon the Unearthly“, wobei ich von dieser Band noch nie etwas gehört habe. Das fett (selbst? produzierte Album bietet eine gute Mischung aus langsam vor sich hinkriechendem Doom und groovigem Death Metal, was sich auch gesanglich niederschlägt. Sängerin Thea kann nicht nur tiefste Growls, sondern auch ganz guten Normalgesang. Der Einstieg in das Album „Titans of the Sun“ beweist das schon mal recht gut. Der nachfolgende Song „Hybris“ erinnert mich von seiner Machart her an GWAR („Tne Salamanizer“) gepaart mit Bolt Thrower zu „The IV Crusade“-Zeiten. Allzu technisch ist das Ganze nicht und filigran ist auch was anderes, dazu ist mir dann die Gitarrenarbeit doch zu simpel. Dafür kann die Rhythmusfraktion einiges und auch der Bass setzt hin und wieder Akzente. Andererseits gibt es dann wieder so eine coole Nummer wie „Crimson God“ mit Lemmy als Gastsänger (ok natürlich nicht, aber der Gesang hört sich schon verdammt ähnlich an) und Anleihen bei Monster Magnet. Das könnten dann die im Promotext erwähnte Stoner Rock-Anteile sein. Ansonsten regiert der simple Death Metal aus der schwedischen oder aus holländischen Schmiede. „Blood Ritual“ klingt ziemlich stark nach Asphyx, „Evil Curse“ nach Entombed bzw. Dismember und „Black Thirst“ nach Grave. Komplett aus der Reihe fallen das musikalisch zweigeteilte „Astonished Mind“ mit seinem eher ruhigen Beginn mit weiblichem Klargesang, der sich nach knapp drei Minuten in einen frühe Paradise Lost-Song inklusive hier gutem Solo verwandelt. Der mit elf Minuten längste Song und Albumcloser „Jupiter“ erinnert sechs Minuten lang mit Sitar, Trommel und Bass sowie indianischem Stammessingsang eher an indische, instrumentale Meditationsmusik, der sich dann für die restlichen fünf Minuten in heftigen, brutalem Death Metal verwandelt und zumindest mich extrem nervt und die  Wertung dann nach unten zieht. Somit bleiben unterm Strich viereinhalb Sterne übrig. Sollte die Band an der Gitarrenarbeit feilen und noch etwas abwechslungsreicher zu Werke gehen, dann kann das noch was werden. Fans der erwähnten Bands können dennoch zugreifen oder vorher mal kurz bei Bandcamp in das Album reinhören. Für einen Blindkauf wäre mir das schon zu riskant. (Heavy Compound Records/Recordjet) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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