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Kolossus Däächt

Bandfeature Juli 2022

Sie entstauben den Garage-Punk von damals und schmücken diesen mit Psychedelic, Grunge und Post-Punk Einflüssen aus

Sie spielen jetzt seit fünf Jahren zusammen, doch hatten sie bereits zuvor Musik gemacht. Sänger Clement Hoffer und Bassist Benedikt Bartl lernten sich bei gemeinsamen Auftritten ihrer Bands Limestone Whale und Black Voodoo Train kennen und gründeten die merkwürdig benannte Band. Die Zwei fanden bald mit Dennis Scheffer einen Gitarristen und Stefan Heyn komplettierte das Quartett Anfang 2017 als Schlagzeuger. Und wenn man die Promo-Pics des Vierers ansieht, erinnern Kolossus Däächt in Tennis-Socken und ultra knappen Shorts eher an Schlagersounds oder Klamaukmusik, dabei liegen die musikalischen Wurzeln dieses Quartetts aber im rohsten und wildesten Garage Punk der 60er und 70er Jahre. Davon, dass sie es weird mögen, zeugt auch der Bandname mit den zwei Umlauten, der sich auf ein legendäres bärenähnliches Geschöpf aus dem bayerischen Wald bezieht, das im Dialekt als „Däächt“ bezeichnet wurde, quasi ein bayerischer Bigfoot. Sie entstauben den Garage-Punk von damals und schmücken diesen mit Psychedelic, Grunge und Post-Punk Einflüssen aus. Das Ganze klingt dann so, als würden die Osees und die Pixies eine Band gründen und in eine Proto-Punk-Show verpacken, wie man sie sonst vom jungen Iggy Pop kennt. Dabei haben es sich die vier Musiker und Freunde zur Aufgabe gemacht, ihre Hörer in Bewegung zu versetzen, sei es mit eingängigen Melodien oder mit roher Punk-Intensität.

Und das gelingt ihnen auf ihrem Debut „Lipstick Love“ ausgezeichnet. Das Ding mit 14 Songs geht voll gut ab, einziger Nachteil ist, dass bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde Schluss ist. Von Songs wie „Distance is a jerk“ oder „Hypochondria“ hätte man sicher gern mehr gehört. „Die Melange aus 60s und 70s Garage-Rock geht dabei runter wie Öl“ war in einer Kritik zu lesen und woanders schrieb der Kritiker: „In 33 Minuten ballern uns KOLOSSUS DÄÄCHT einen Ohrwurm nach dem anderen vor den Latz.“ Kein Wunder, dass diese Band seit 2019 in das Spitzenförderprojekts “By-on” aufgenommen wurde. Und natürlich kam auch für Kolossus Däächt mit der Corona-Pandemie alles zum Stillstand. Es gab nur noch einige Live-Streams und die Musiker konzentrierten sich auf die Vorarbeiten für das zweite Album. Und in dieser Zeit ließen sie sich auch was einfallen. Der Band war bewusst, dass es viele Menschen gibt mit deutlich stärkeren Existenzproblemen als sie, die mit Konzertausfällen wegen covid-19 zu kämpfen haben. Das betrifft die Menschen in den Flüchtlingslagern und auf dem Mittelmeer, deren Notlage aktuell noch weniger Beachtung findet, als sowieso schon. Deshalb haben KOLOSSUS DÄÄCHT ihr Debüt nun auf Tape nochmal veröffentlichen und die kompletten Einnahmen an ‚Sea Eye‘ gespendet, die sich für die Seenotrettung im Mittelmeer stark machen. Doch im Sommer 2022 sieht die Situation für Musiker wieder besser aus, auch Kolossus Däächt stehen wieder auf der Bühne, so z.B. beim Jukuu-Festival in Kelheim im Juni, im Juli bei „Rock im Wald“ oder beim „Nonstock“-Festival im August, und im Oktober sind sie bei der „Nürnberg Pop“ dabei. Und sicher gibt’s bald auch neues Material von ihnen zu hören. Mehr Infos unter https://daacht.de

 

 

 

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