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All is quiet

Susan Cattaneo

Die singende Geschichtenerzählerin verbindet (viel) Folk, (wenig) Rock und Blues mit einem Touch von Country.

Das Album-Cover ist schon einmal ungewöhnlich: Die Beine eines Mädchens und ihr Fahrrad; daneben eine Regenpfütze. Merkt man da schon, das ist keine Partyscheibe und kein Gute-Laune-Album. Der Titeltrack „All is quiet“ – besinnlich und gefühlvoll, gleich mal zum Hin-Hören animierend. So geht das weiter, hier dominieren die leisen Töne, die Balladen. Erfreulicherweise ohne in düstere Depri-Stimmung abzugleiten. Auch diese Scheibe wurde in den ersten Monaten der Pandemie aus der Ferne aufgenommen und spiegelt Susans Kummer für die Welt wider, zeigt aber auch, wie sie Freude und Widerstandsfähigkeit durch Musik wiederentdeckt hat. Für viele Künstler und Musiker, einschließlich Susan, waren diese ersten Monate der Pandemie voller Unsicherheit und Angst. Als die Corona-Massnahmen alles zum Erliegen brachten, wurden Auftrittstermine gestrichen, Kooperationen verworfen und vor allem ging die Dynamik verloren. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sich Susan kreativ gedämpft. „All Is Quiet“ war das Projekt, das ihr half, diese Gefühle zu verarbeiten, und bei der Erstellung dieses Albums fand sie die Freude und Erlösung, die nur Musik bringen kann. Man höre auf „Hold on to Hope“ von ihr. Mit ihrer ausdrucksstarken und variantenreichen Stimme, fesselnden Melodiebögen und fein ausgearbeiteten Texten ist Susan Cattaneo eine der angesehensten Singer-Songwriter Bostons. Ihr Sound spricht eher Fans von Mary Chapin Carpenter bzw. Joan Baez an als Fans von Beth Hart. Letztere performt auch deutlich härter. Die singende Geschichtenerzählerin Cattaneo verbindet (viel) Folk, (wenig) Rock und Blues mit einem Touch von Country. Und das macht sie sehr gut. (Continental Song City) HuGe

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