altemaelze

Le diadème d’argent

Sacral Night

Hier diesmal gleich als Doppel-Review – einmal von HJH und dann von The Real Pal – und beide geben ***** Sterne!

Die Franzosen Sacral Night veröffentlichen Anfang Juli ihr zweites Album „Le diadème d’argent“ nach dem Debüt von 2019. Geändert hat sich auffällig, dass man nun in der Heimatsprache singt, was den an den Texten Interessierten relativ schwer macht zu verstehen um was es in den Liedern geht. Was ‚Dark Heavy Metal‘ ist kann ich nicht so genau sagen. Wohl aber, dass diese Band eine flotte Mischung aus 80er Jahre Metal a á la Q5 meets Toyko Blade (Les Miroirs de la Lune), doomig angehauchtes á la Sorcerer (L’ode infinie), schwarzen Doublebass Drum getriebene Thrash gepaart mit Black und Death Metal (Une dernière étoile avant sirius) und natürlich Mercyful Fate (Le diademe d’argent, der einzige Titel mit durchweg normal tiefen Gesang, bzw. La seconde élégie d’un ange). Die Band ist technisch klasse, vor allem die Gitarrensoli sind vom Feinsten und stehen Denner/Sherman bzw. Andy LaRocque in nichts nach. Perfekt nachzuhören bei den bereits erwähnten „Mercyful Fate“ Songs und zudem beim ungewöhnlichsten Song „Prêtresse de l’Atlantide“ (Albumcloser), der feine Keyboard/Pianoparts mit ruhigen Passagen verbindet.. Der Gesang ist sehr gewöhnungsbedürftig mit seiner extrem hohen Ausrichtung (King Diamond), aber wer damit klarkommt hat seinen Spass. Ebenfalls klarkommen muss man mit der relativ mauen Produktion, die recht muffig daher kommt und dem Sound an sich, meiner Meinung nach, nicht gerecht wird. So ist der Bass so gut wie nicht zu vernehmen.  Sehr schade, denn die acht Songs plus eine Art Operngesangintro/Zwischenstück (Pa-delà les lueurs sépulcrales) sind ansonsten richtig gut. OK – beim nachfolgenden „L’archange aux yeux de feu“ nervt der Refrain mit seinem „Duett“ aus einer Mischung von Opern/Kopfstimme doch und stellt den schwächsten Song aus dem Album dar. Somit gibt es Summe von meiner Seite gerade noch fünf Sterne und dennoch eine Kaufempfehlung. (No Remorse Records)HJH

*****

Mit den Genrebegriffen ist das so eine Sache: Wenn eine dem Rezensenten bislang unbekannte Band als „Dark Heavy Metal“ angekündigt wird und die Musik dann erklingt passiert’s halt, dass der erste Kommentar „Na… dark…“ lautet. Was aber nicht an der Band liegt sondern an falscher Erwartungshaltung. Die Einflüsse von SACRAL NIGHT aus Frankreich reichen von KING DIAMOND und PORTRAIT bis hin zu DISSECTION und TRIBULATION und die Definition „Theatrical Dark Metal“ trifft’s eher. Das Quintett veröffentlichte seit 2017 eine EP und ein Album, singt ausschließlich französisch und wurde für „Le Diadème D’Argent“ vom griechischen No Remorse Label gesignt. Von George Emmanuel (u.a. ROTTING CHRIST) gemixt und gemastert gibt’s hier auf acht Tracks eine gelungene Mixtur aus Theatralik, Melancholie und Härte. Da ich der französischen Sprache ohnmächtig bin kann ich die im Presseinfo enthaltenen okkulten Vibes nicht wirklich nachvollziehen, aber die Richtung KING DIAMOND kommt schon alleine stimmlich hin – Sänger Antoine Volhard trifft die hohen Noten perfekt. Wer seinen Metal leicht bombastisch und „symphonisch“ bevorzugt ist hier an der richtigen Stelle – check it out! (No Remorse Records) TheRealPal

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal