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Second Skin

Iconic

Diese elf Tracks können überzeugen. „Iconic“ ist definitiv eine Gewinnerband – für die Musiker und die Fans.

Das italienische Record-Label Frontiers ist ja bekannt dafür, gerne bekannte Musiker zu verschiedenen Projekten zusammen zu führen, was nicht immer auch zu gelungenen Ergebnissen führt, doch mit dieser aufregenden neuen Hardrock-Band unter der Firmierung „Iconic“ haben die Italiener einen Volltreffer gelandet. Bei Michael Sweet (Gitarren), Joel Hoekstra (Gitarren), Marco Mendoza (Bass), Tommy Aldridge (Schlagzeug) und Nathan James (Gesang) stimmt die Chemie. Die einzelnen Musiker müssen hier nicht mehr eigens vorgestellt werden –  Michael Sweet ist bekannt durch seine Arbeit als Gitarrist und Sänger von Stryper, Joel Hoekstra, derzeit bei Whitesnake und Trans-Siberian Orchestra aktiv, ist einer der besten Gitarristen des Hard Rock. Marco Mendozas Lebenslauf spricht für sich selbst (Thin Lizzy, Black Star Riders, The Dead Daisies, Journey) und Tommy Aldridge, derzeit bei Whitesnake, hat unter anderem auch schon mit Ozzy Osbourne, Ted Nugent und Black Oak Arkansas gespielt. Und für den Gesang ist kein Geringerer als Nathan James von Inglorious zuständig, dessen Gesangsstil an die Rocklegenden der 70er Jahre erinnert. Dazu kommt der Frontiers-Hausproduzent Alessandro Del Vecchio an den Keyboards. „Iconic“ entstand aus der Idee von Serafino Perugino, President & Head of A&R bei Frontiers, das Talent des Sängers mit etablierten Musikern aus der Hard Rock-Welt zu kombinieren, um einen Sound im Stile von Whitesnake zu spielen. Es war für die beteiligten Musiker anscheinend ein großes Vergnügen, sich hier praktisch eine zweite musikalische „Schlangen“-Haut überzustreifen. Sie genossen die Möglichkeit, Musik außerhalb der Grenzen ihrer normalen Bands zu schreiben und zu spielen.

„Das war eine sehr erfrischende und einzigartige Erfahrung. Musikalisch ganz anders als Stryper, was sich natürlich auch von all den anderen Projekten, an denen ich beteiligt bin, sehr unterscheidet. Es ist eher eine Rückbesinnung auf die Vergangenheit, und es fühlte sich gut an, das zu tun. Es erinnerte mich daran, wie großartig die Musik der Vergangenheit wirklich ist”, sagt Michael Sweet. “Nachdem die Songs arrangiert waren, habe ich ein Studio gebucht und meine Gitarrenparts aufgenommen, was für mich immer der lustigste Teil ist. Ich bin mir nicht sicher, warum, aber ich schätze, weil ich in erster Linie ein Gitarrist bin, und das ist für mich einfach einer der kreativsten und spaßigsten Teile des Prozesses. In der Lage zu sein, den richtigen Ton zu treffen und die richtigen Teile zu spielen und zu hören, wie alles zusammenkommt … das ist sehr befriedigend”, fügt er hinzu. Und Joel Hoekstra meint: „Die Riffs waren alle sehr vertraut für mich, weil ich die meisten von ihnen geschrieben habe. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich mit Tommy Aldridge spiele, das hat sich in den letzten acht Jahren mit Whitesnake entwickelt. Ich habe in der Vergangenheit auch schon mit Nathan, Michael und Alessandro zusammengeschrieben, also fühlte sich alles sehr natürlich an, obwohl es eine neue Band ist”, und fährt fort: „Michael bat mich, Riffs ohne Arrangement zu schreiben (so wie er es mit George Lynch bei den Sweet & Lynch-Platten gemacht hat), und dann arrangierte er sie mit dem, was er geschrieben hatte. Ich schrieb melodische/harte Rock-Riffs, denn das war die Stimmung, die wir besprochen hatten, und dann hatten alle Soloparts mehr damit zu tun, Nathans Gesangsmelodien zu ergänzen und natürlich ein bisschen Feuer hinzuzufügen”. Sänger Nathan James ergänzt: „Ich bin auf einem Album mit so vielen meiner Helden, und das ist ein tolles Gefühl, um ehrlich zu sein. Ich hatte das Glück, beim Schreiben einiger Songs dabei zu sein, aber bei allem, was ich von den Jungs höre, wusste ich, dass ich dem gerecht werden kann. Ich habe auch das Gefühl, dass die Jungs Sachen geschrieben haben, die perfekt zu meiner Stimme passen. Sie sind nicht nur großartige Musiker, sondern auch großartige Songschreiber. Ich habe die Songs vorher ausgiebig geübt und dann in einem tollen Studio in nur vier Nachmittags-Sessions alle meine Vocals aufgenommen. Ich wollte sichergehen, dass es nach mir klingt und dass mein Gesang die Präzision hat, die ich von meinen Gesangshelden, mit denen viele der Jungs in der Band gespielt haben, gewohnt bin. Und natürlich war mir sehr bewusst, dass ich mit dem Meister der Stimme, Michael Sweet, zusammenarbeiten würde. Ich habe den Druck natürlich gespürt, aber ich habe einfach das getan, was ich für richtig hielt, und ich bin sehr glücklich mit dem Endergebnis.” Dazu noch ein Kommentar von Tommy Aldridge: „Es war ein Riesenspaß, frisches, neues Material zu spielen. Die Proben und das virtuelle Ausprobieren der Parts haben nicht so viel Spaß gemacht wie das Live-Spielen, aber wenn man die globalen Umstände bedenkt, nehme ich das in Kauf. Ich versuche einfach, eine unterstützende Umgebung für alle Beteiligten zu schaffen und dabei Spaß zu haben. Es war einfach, denn diese Songs spielen sich wirklich von selbst. Es war ein wahrer Liebesdienst, so dass es am Ende des Tages sehr wenig Arbeit war.” Oftmals ein zweifelhaftes Konzept, die elf Tracks können überzeugen. „Iconic“ ist definitiv eine Gewinnerband – für die Musiker und die Fans. (Frontiers) P.Ro

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