altemaelze

Nice to be back to be back nice

Chris Colter

Diese Scheibe klingt – auch wegen seiner hervorragenden Band – eher nach Ol‘ Man River Mississippi als nach Regensburger Donauwellen, well done Man!

Am 24. Juni 2022 wird 22 Jahre nach seinem Debut-Album Chris Colter’s neues Album unter dem humorigen Titel „Nice To Be Back To Be Back Nice“ erscheinen. Die meisten Zeitgenossen kennen den stimmgewaltigen Bayern eher unter seinem bürgerlichen Namen Christian „Cheese“ Koller und vor allem als Sänger lokaler bzw. regionaler Bands, wie Tana Nile, Snakehunter oder den CheeseBallz. In der „von oben“ verordneten Ruhe von 2021 blickte Chris auf einen beeindruckenden Back-Catalogue von sechs Studio-Alben, einem Live-Album und 36 Jahren Gigs auf vielen Bühnen in Deutschland Österreich und der Schweiz zurück. Dutzende von Songs wurden in dieser Zeit geschrieben und nie veröffentlicht. Die Idee einer musikalischen Inventur führte ihn im Sommer in das Ostwerk-Musikproduktion Studio nördlich von Regensburg. Produziert von Richie Necker (der auch selbst in die Saiten greift) entstehen zwölf neue ausschließlich selbst geschriebene Songs, die auf ihre ganz eigene Art – manchmal nach John Hiatt, ein bisserl (wie bei „Cross that Line“) nach CCR, zuweilen auch nach Blackberry Smoke klingen. Die Lyrics erzählen Geschichten und Träumereien aus der Welt echter Small Town Boys.
Bereits 1999 präsentierte der Singer-Songwriter sein Debut-Album „Late at Night“, das immerhin in Nashville, USA, aufgenommen wurde. Die Entstehung des Debuts schien die alteingesessene Country-Riege um die „German American Country Music Federation“ schier elektrisiert zu haben und Chris Colter wurde für deren Award als Newcomer des Jahres 1999 nominiert und zur großen Country-Gala nach Chemnitz geladen. Es blieb allerdings bei der Nominierung; dem Singer-Songwriter wurde von der Jury immerhin das Prädikat „too Rock for Country, too Country for Rock“ verliehen. Klar, für beinharte Country-Fans ist Chris und speziell „Nice to be…“ auch viel zu rockig. Das Songmaterial fasziniert eher Rockfans, die sich nicht an einem Country- bzw. Americana-Touch stören bzw. denselben schätzen. Selbst die Balladen, wie das wunderbare „Under the Sun“ und das versonnene „Now you‘re gone“, haben einen gewissen erdigen Midtempo-Drive und verlieren sich nicht im süßlichen Country-Schmalz. Chris Reibeisenstimme führt die Songs an, des öfteren unterstützt ihn ein – an Soulmusik erinnernder – Background-Chor. Das lockert auf und sorgt für harmonische Abwechslung. Die Scheibe erinnert – auch wegen seiner hervorragenden Band – eher an Ol‘ Man River Mississippi als an die Regensburger Donauwellen, well done Man! (Timezone) HuGe

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