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Heathen & Toxik

Kritik zum Konzert am 7. Juni im „Airport“ in Obertraubling

Zweimal Thrash Metal with class!

Die Bay Area Thrash Metal Urgesteine  Heathen luden zum Tanztee ins Airport ein und hatten mit Toxik eine weitere progressive Thrashmetal Kultband dabei. Leider folgte nur eine sehr überschaubare Menge diesem Ruf. Corona hat anscheinend die Lust aufs Konzertgehen gemindert. Toxik legten pünktlich los und boten in den 40 Minuten ihres Sets einen gelungenen Querschnitt durch ihre beiden Alben „World Circus“ bzw. „Thinks This“. Mit „Dis Morta“ gab es zudem einen sehr gelungenen Vorgeschmack auf das bei Massacre Records am 5. August erscheinende neue gleichnamige Album. Mittelpunkt der Show war Sänger Ron Iglesias, der drahtig wie ein Flummi über die Bühne tobte und gesanglich alle Facetten von Normal über kreischig bis hin zu Gläser zerspringenden Höhen alles drauf hat. Wer z.B. die Band Vektor kennt, weiß was gemeint ist. Auch scheute er den Gang ist Publikum nicht (Springen war keine gute Idee) und wurde dann einmal quer durch die Halle getragen. Witzige Einlage. Ruhige Phasen gab es kaum, dafür sorgte schon die sehr solide Rhythmusfraktion um Drummer James Demaria (der danach auch bei Heathen an den Kesseln saß) und Aushilfsbasser Jackson Black. An den Gitarren tobten sich Bandgründer Josh Christian und Eric von Druten aus, die komplexteste Soli und Läufe mit traumwandlerischer Sicherheit zum Besten gaben. Atheist lassen hier grüßen.

               Toxik

        

                               Heathen

Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause stiegen Heathen in ihren 80 Minuten langen Set ein und boten ebenfalls einen guten Querschnitt aller vier Alben, wobei das Hauptaugenmerk auf dem noch immer aktuellen Comeback „Empire of the Blind“ lag.  Gesanglich ebenfalls grandios dargeboten von David White war das alles dann etwas weniger anstrengend anzuhören, war doch die Tonlage niedriger und es gab sogar den einen ruhigeren Moment oder sogar Moshparts. Auch hier war die Gitarrenarbeit wieder überragend, auch wenn die Soli nicht immer zum Song passten. Egal Slayer darf das, somit ist es auch bei anderen Bands ok. Und im Gegensatz zu Toxik wurden hier auch ein ums andere Mal melodische Parts eingestreut. Trotz der Tatsache, dass die Songs an sich auch wegen ihrer Länge ebenfalls sehr komplex rüber kamen. Das Publikum ging jedenfalls begeistert mit, sparte nicht mit Applaus und sang auch immer wieder aus lauten Kehlen mit. Wessen musikalisches Herz für eine Mischung aus Testament, Anthrax, Exodus, Slayer und auch Sacred Reich schlägt, der liegt hier goldrichtig. Leider war nach 80 Minuten inklusive einer Zugabe (leider mangels Setlist ausnahmsweise ohne Titelbenennung) dann auch schon Schluss. Fazit: Klasse Konzert von beiden Bands, die gerne wiederkommen dürfen und hoffentlich dann mehr als die maximal 60 Leute begeistern, die da waren. (HJH)