altemaelze

Live From The Royal Albert Hall… Y’All!

Black Stone Cherry

Absolut gelungene Live-Scheibe -das ist Rock ‘n’ Roll im Kentucky-Style,

Im Herbst des letzten Jahres, im Jahr des 20-jährigen Bandjubiläums, konkret am 29. September 2021, erfüllten sich die Musiker dieser Band aus Kentucky ihren Kindheitstraum, nämlich in der legendären Royal Albert Hall in London zu spielen. Auf der Bühne des kultigen viktorianischen Gebäudes sitzend, meinte Sänger und Gitarrist Chris Robertson vor dem Auftritt: „Wenn man als Kind die Auftritte seiner Helden sieht und dann plötzlich selbst auf der Bühne steht, ist das ziemlich emotional. Aber wir werden es heute Abend richtig rocken. Das könnt ihr mir glauben.” Und sie enttäuschten nicht, als sie mit dem explosiven “Me and Mary Jane” eröffneten. Ein Hit nach dem anderen – allesamt Killer – und die begeisterte Menge brüllte mit. Black Stone Cherry war eine der ersten internationalen Bands, die nach der Lockerung der Covid19-Beschränkungen durch Großbritannien tourten, und sie bescherten jedem einzelnen Fan in dieser Nacht eine euphorische Dosis Glück. Das neue Bandmitglied Steve Jewell Jr. ersetzt Gründungsmitglied Jon Lawhon am Bass und kreuzte mit Ben Wells und Robertson die Bühne und versprühte grenzenlosen Enthusiasmus. Die Band genoss es, zusammen zu spielen, und das merkte man jedem einzelnen Song auch an. Die Kentucky-Rocker rockten sich durch ihren beeindruckenden Backkatalog und spielten Songs von ihrem letzten Studioalbum “The Human Condition” – “In Love with the Pain”, “Again” und “Ringin’ In My Head” – bis hin zu ihren größten Hits und Fan-Favoriten. “Blind Man”, “Hell and High Water”, “Blame it on the Boom Boom” und “White Trash Millionaire” rockten die RAH. Aber es gab auch berührende Momente, so zum Beispiel der emotionalen Performance von Chris Robertson beim Song “Things My Father Said”. Über diesen Auftritt in der Royal Albert Hall sagte Schlagzeuger John-Fred Young: “Um ehrlich zu sein, hatte ich eine Heidenangst. Es war schwer, dort hineinzugehen. Man denkt daran, wie viele große Künstler hier schon gespielt haben. Das Prestige dahinter. Wir wollten schon seit der ersten UK-Tour 2007 in der Royal Albert Hall spielen.” Und fährt fort: „Wir als Leute aus der Mitte des Landes in Kentucky kommen hierher nach England und haben uns eine erstaunliche Fangemeinde aufgebaut, Menschen die uns wichtig sind und zu unseren Shows kommen und uns unterstützen. Zu wissen, dass wir mit all der harten Arbeit und Hingabe, die wir in Black Stone Cherry gesteckt haben, hier etwas erreicht haben. Wenn man diesen Ort betritt, ist es einfach atemberaubend. Du betrittst diese Bühne und sagst: Wir haben es geschafft, und das ist ein Gefühl, das ich für den Rest meines Lebens in Ehren halten werde.” Der ganze Auftritt wurde auch gefilmt und auf der Blu-Ray ist das Live-Material gespickt mit Interviews hinter den Kulissen, Aufnahmen von der Bühne und Archivaufnahmen, die die Band in ihren Anfängen zeigen, mit Ausschnitten aus ihrer ersten UK-Tournee und mit Momenten der Besinnung, die zu Herzen gehen. Aber letztendlich ging es bei ‚Live From The Royal Albert Hall… Y’All‘ darum, den Rock ‘n’ Roll nach London zu bringen, und zwar im Kentucky-Style, um das Dach dieses ehrwürdigem Mutterschiffs abzureissen. Und das haben sie geschafft. Absolut gelungene Live-Scheibe. Übrigens kommen BSC im Herbst wieder auf Tournee und stehen am 24. September in der Tonhalle in München auf der Bühne. (Mascot Records) P.Ro

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