altemaelze

Day Out In Nowhere

Graham Bonnet Band

Das Ergebnis lässt sich einmal mehr eindeutig als typisches Bonnet-Album bezeichnen. Neben Bonnets immer noch zweifelsfrei intakten Stimme sind die Songs vor allem von der feinen Gitarrenarbeit von Conrado Pesinato geprägt.

Der britische Hard-Rock-Sänger wurde einst durch seine Arbeit mit Ritchie Blackmores Band Rainbow bekannt, aber auch als Mitglied in den Bands von Michael Schenker, Yngwie Malmsteen oder Steve Vai. Und so ist Bonnets Stimme auf diversen Klassikern der Heavy-Rock-Geschichte zu hören, zum Beispiel auf „Down To Earth“ (Rainbows, 1979), „Assault Attack“ (Michael Schenker Group, 1982), „No Parole For Rock’n’Roll“ (Alcatrazz, 1983) und „Disturbing The Peace“ (Alcatrazz, 1985). Heute ist Bonnet Mitte 70, aber seine Stimme ist immer noch ein Wahnsinn – bei ihm gilt auch das Motto „Not too old to rock’n’roll“. Das zeigt auch sein neues Album „Day out in nowhere“. Eingespielt hat er die elf neuen Songs mit seiner langjährigen Band, bestehend aus Beth-Ami Heavenstone (Bass) und Conrado Pesinato (Gitarre) sowie von Keyboarder Alessandro Bertoni und Schlagzeuger Shane Gaalaas. Dazu hat er sich noch einige namhafte Gäste ins Studio eingeladen – unter anderem sind Jeff Loomis (Arch Enemy, Evermore), John Tempesta (The Cult, White Zombie), Mike Tempesta (Powerman 5000), Roy Z (Halford, Bruce Dicknson) und Don Airey (Deep Purple, Rainbow) auf »“Day Out In Nowhere“ als Gastmusiker und/oder Co-Writer zu hören. Der neue Longplayer ist die dritte Veröffentlichung der Graham Bonnet Band mit dem italienischen Label. Über diese Zusammenarbeit und das Album sagte der Sänger: „Ähnlich wie die ersten beiden Alben [der Graham Bonnet Band] wird es verschiedene Epochen meiner Karriere widerspiegeln, aber mit einem zeitgemäßen Twist. Ich freue mich auch, mit den Originalmitgliedern der Graham Bonnet Band zu spielen: Beth-Ami Heavenstone, die seit unserem Treffen im Jahr 2012 meine ständige Partnerin (auf und abseits der Bühne) ist, und Gitarrist Conrado Pesinato, dessen angeborener Musikstil einige meiner besten Songtexte hervorbringt. Conrado und Beth-Ami haben diese Platte auch produziert, was den Prozess nahtlos gemacht hat.“ Das Ergebnis lässt sich einmal mehr eindeutig als typisches Bonnet-Album bezeichnen. Neben Bonnets immer noch zweifelsfrei intakten Stimme sind die Songs vor allem von der feinen Gitarrenarbeit von Conrado Pesinato geprägt. Sein Spiel lässt sowohl Michael Schenker als auch Ritchie Blackmore als Einfluss erkennen, ab und an lässt er zudem auch mit klassisch inspirierten Läufen in Yngwie Malmsteen-Manier aufhorchen. Einfach mal in Tracks wie das Crooner-Glanzstück „Suzy“, „Uncle John“,  „Davids Mom“, eine ironische Geschichte über die Verführung von Schuljungen, oder den augenzwinkernden „It’s Just A Frickin‘ Song“ reinhören, wo der alte Rainbow-Kollege und heutige Deep Purple-Keyboarder Don Airey in die Orgeltasten haut. (Frontiers Records) P.Ro

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