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Black Eye

Black Eye

Musikalisch gibt es sechs Punkte, gesanglich nur drei!

Mit Black Eye und dem selbstbetitelten Debüt wirft das italienische Label Frontiers Rec. das nächste zusammengewürfelte Projekt auf den Markt. Bekanntester Name hier ist Sänger David Readman, der bei Pink Cream 69 am Mikro steht, aber auch schon bei Voodoo Circle bzw. Almanac seine eigentlich vorhandenen Stimmkünste zum Besten gab. Diesmal hervorragend produziert (die Drums hören sich echt an, auch der Bass ist gut zu vernehmen) gibt es melodischen Metal deutscher und auch skandinavischer Prägung, gepaart mit leicht progressiven Einflüssen (wenn die Keyboard und Orchesterarrangements ihren Teil beitragen so wie bei „Darkest Night“) sowie einen Schlenker zu amerikanischem Powermetal. Die Gitarrensoli sind sehr geschmeidig und werden fein und oft dargeboten von Luca Princiotta (Doro Gitarrist). Somit brennt hier musikalisch nichts an. Leider gefallen zumindest mir die Gesangslinien überhaupt nicht. Die fast durchgehend im hohen Geschrei angesiedelten Vocals gehen einem nach einer kurzen Weile dann auf die Nerven, machen das Anhören sehr anstrengend (so wie z.B. auch bei  der „Band“ The Three Tremors) und irgendwie hat man den Eindruck, dass sie erst im Studio eingefügt wurden. Dass er es eigentlich besser kann beweist er bei der sehr feinen Ballade „Midnight Sunset“, beim sehr eingängigen, keyboardlastigen Rauswerfer „Time Stand Still“ oder generell, wenn mal die Geschwindigkeit zurückgenommen wird. Hier wäre weniger echt mehr gewesen, denn Tracks wie das an Riot meets Virgin Steele erinnernde „Don’t trust anyone“, von Edguy inspirierte „When you’re gone“ oder „Under Enemy’s Fire“ mit Helloween-Anklängen machen musikalisch echt Spass. Ob es hier dann mal ein Nachfolgealbum geben wird bezweifle ich aber mal. Musikalisch gibt es sechs Punkte, gesanglich nur drei, was einen Schnitt von viereinhalb Sternen ergibt. Interessierte checken vor dem Kauf lieber mal die offiziellen Songs bei YouTube. (Frontiers Records) HJH

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