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Bbou

Bandfeature Juni 2022

Er vereint wie kein Zweiter gute alte bayrische Tradition mit dem Puls der Zeit in musikalischer Form und spricht damit die Jugend sowie alteingesessene Grantler am Stammtisch gleichermaßen an.

„Was Franz Beckenbauer für den bayrischen Fußball war, was Karl Valentin für den bayrischen Humor war und was König Ludwig II für das königstreue bayrische Volk war, das ist der Boarische Bou für bayrischen Rap.“ so ist es im Info des Oberpfälzer Rappers nachzulesen, der eigentlich Michael Honig heißt und aus Hirschau kommt und inzwischen als BBou bekannt ist. Seit über einem Jahrzehnt ist der bajuwarische Ausnahmekünstler am Mikrofon aktiv, der sich recht schnell nach seinen ersten Gehversuchen mit Raps nach der deutschen Schrift entschied besser im Dialekt zu rappen. Die Schriftsprache funktioniert für ihn nicht. Er muss so rappen, wie der Schnabel gewachsen ist: “Ich will nur ich selber sein“, erklärt er. “Ich will was erzählen, und das kann ich nur in meiner Sprache. Rap ist so wie Gstanzlsingen. Bloß mit einem Hip Hop Beat darunter gelegt.“ Und ergänzt:  “Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Hochdeutsch gesprochen habe” – und natürlich sagt er das nicht auf Hochdeutsch. Wenn dieser Mann den Mund auftut, fällt breitester Oberpfälzer Dialekt heraus. Damit ist er über die Jahre zu einer Art Botschafter für bairisches Kulturgut aufgesteigen: netter Nebeneffekt.

Seit seinem 2011er Album “Guad&Fesch” sind auch Heads außerhalb des Freistaats auf die kompromisslos ehrlichen und auf ihre Roots bedachten Raps aufmerksam geworden. Mit gewohnter ländlicher Lässigkeit zündet dieser wichtige Botschafter für bayrisches Kulturgut inzwischen auf Bühnen in ganz Deutschland weiß-blaue Feuerwerke ab. Seine Musik betrachtete er lange Zeit nur als Freizeitbeschäftigung. Zehn Jahre lang arbeitet er Vollzeit in einer Metallgießerei, seine Tracks und Alben stellt er in dieser Zeit bedenkenlos zum kostenlosen Download bereit. Erst, als der Betrieb Ende 2015 Insolvenz anmeldet und Bbou infolgedessen seine Stelle verliert, macht er die Kunst zu seiner Hauptaufgabe. “Mal sehen, ob ich mich damit über Wasser halten kann“, verkündet er unbekümmert. Und das kann er. So wurde ihm 2018 der „Dialektpreis Bayern“ für die Oberpfalz verliehen. Immer wieder kooperiert Bbou mit seinen Oberpfälzer Kollegen Liquid und Maniac. Mit ersterem fabriziert er 2013 das Kollabo-Album „Bavarian Wasted Youth”, zweiterer tritt als sein Produzent und Featurepartner in Erscheinung, unter anderem bei Bbous Album „Es Gibt Nix Bessas Wey Wos Guads” von 2014. Der Nachfolger „Idylle” von 2016 erscheint beim Münchener Weltmusik-Label Out Here Records. Und jetzt ist er nach fünf Jahren Pause wieder im Studio um ein neues Album aufzunehmen. In einem Interview sagt er: „Ab 2017 habe ich zwei Jahre Tour gespielt. Danach war ich ausgelaugt und hatte keine neuen Ideen. Ich musste die Tour-Erlebnisse erstmal sacken lassen.“ Rock’n’Roll ist eben kein Zuckerschlecken und dann kam ja Corona. Diese Zeit hat der Bbou genutzt um das Gitarre spielen zu lernen und kann sich damit selbst begleiten. Künftige Konzerte plant er deshalb hybrid – mal mit Gitarre, mal mit DJ.  Der Dialekt bleibt, aber die neuen Songs sollen musikalischer und tanzbarer werden. Sicher gibt’s da demnächst auch was zu hören, z.B. am 22. Juli beim Pförringer Open Air oder beim „Oaktown Brass Festival“ am 23. Juli in Eichstätt. Mehr Info zum BBou unter http://bbou.de/

 

 

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