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Der schlimmste Mensch der Welt

Regie: Joachim Trier

Ein humorvolles Drama über die Liebe in der heutigen Zeit und darüber, wie man sich trotz unendlichen Möglichkeiten wie der schlechteste Mensch der Welt fühlen kann.

In Joachim Triers neuen Film navigiert sich eine junge Frau über vier Jahre hinweg in zwölf Kapiteln durch ihr (Liebes-)Leben, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wer sie wirklich ist. Natürlich will niemand der schlechteste Mensch der Welt zu werden. Lieber schon der beste. Doch wer bestimmt das, welche Maßstäbe werden angelegt? Die eigenen? Denen der Eltern? Der Freunde? Der Gesellschaft? Diese Frage bewegt die fast 30-jährige Protagonistin von Joachim Triers Cannes-Wettbewerbsbeitrag „Der schlimmste Mensch der Welt“, mit dem er wieder zu seinen filmischen Wurzeln zurückkehrt. Dieser Film bildet nach „Auf Anfang“ und „Oslo, 31. August“ nun den Abschluss einer losen Trilogie über den mit allen Möglichkeiten aufgewachsenem, aber genau an diesen zerbrechendem Nachwuchs der Osloer Oberschicht. Dabei wirkt der Film oft genauso fahrig und von den Chancen überwältigt wie seine Hauptfigur. Zur Story: Die Buchhändlerin und Autorin Julie (Renate Reinsve) ist zwar ganz bestimmt nicht die schlimmste Person der Welt, aber sie ist launisch und sprunghaft – womit sie ihr Umfeld merklich beeinflusst. Julie ist in einer Beziehung mit dem älteren, 44-jährigen Comic-Zeichner Aksel (Anders Danielsen Lie). Er möchte gerne eine Familie mit ihr gründen, für Julie kommt das hingegen nicht in Frage. Seriöser Familienplanung geht sie lieber aus dem Weg. Zu viel scheint für sie noch möglich. Was Julie eigentlich will? Zukunft, vermutlich, und eine glückliche bitte, wenn’s geht. Nur wie ist das anzustellen? Auf einer Party lernt sie Eivind (Herbert Nordrum) kennen, der jung ist und voller Energie. So wie Julie möchte er keine Kinder haben. Das ist der Beginn einer Romanze, die ganz anders verläuft, als sich die beiden das am Anfang vorgestellt haben. Regisseur Joachim Trier präsentiert eine Zeitgeistkomödie über die Generation der Millennials und die Schwierigkeit, kleine und große Entscheidungen zu fällen. Ein bittersüßer Film, der erheiternde und melancholische Momente der Wahrheit auf die Leinwand zaubert.

Der Film läuft am 2. Juni in den Kinos an.

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