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Takida

Kritik zum Konzert am 22. Mai im „Airport“ in Obertraubling

Schöne Sache, toller Abend!

Zwei Jahre nach der ersten Ankündigung konnte am 22. Mai2 endlich das Takida-Konzert nachgeholt werden. Hat sich die Wartezeit gelohnt? Aber sicher! Der brechend volle Airport mit Fans der Band spricht hier eine eindeutige Sprache. Die Schweden lieferten nach allen Regeln der Kunst ab und bewiesen mit der Setlist, dass man nicht nur unfassbar viele melodische Rockhits an Bord hat, die alle (live um einiges härter als auf CD) gespielt wurden (Better, In Spite of Everything,  Let the Hammer ring the bell, Goodbye, Master, Edge und der Konzercloser What about me?) und einen hohen Mitsingfaktor aufweisen, sondern dass die Band (mit dann gleich drei Gitarren, die dritte schnallte sich Keyboarder Chris Rehn um) auch zünftig hart rocken kann, was Songs wie Heaven Stay oder auch Evil Eye bzw. Purgatory bewiesen. Hier kratzt man dann sogar am Bereich des Heavy Metals, verliert aber nie die Melodie aus dem Auge. Diese Band ist vorzüglich aufeinander eingespielt (inklusive Gastbassisten), die Gitarren bratzen und spielen auch einige zünftige Soli und Sänger Robert Pettersson, mit starkem Gesang gesegnet, widerlegt eindrucksvoll das Cliche des kühlen Skandinaviers. Mit witzigen Ansagen wurden die Songs ineinander übergeleitet und wann sieht man mal einen Star hautnah, wenn man gerade nicht direkt von der Bühne steht. Er wanderte gleich zweimal durch das komplette Publikum und rastete bei „Edge“ dann auf dem Balkon oben tanzend völlig aus, und das Publikum gleich mit. Der Sound war spitzenmäßig und schlussendlich gibt es nur einen Schwachpunkt in der Performance zu konstatieren: Das Konzert war mit knapp 85 Minuten um mindestens 15 Minuten zu kurz. Zwei oder drei Songs (gerne auch vom Debüt von 2001, ansonsten wurden alle Alben berücksichtigt) hätten es schon noch sein dürfen. Die Vorband The Wild! aus Kanada passte da nicht wirklich zum Headliner mit seiner geradlinigen Mischung aus hartem Rock meets Punk (in der Schnittmenge von Georgia Satellites, Danko Jones, Social Distortion und AC/DC), heizte aber gut 45 Minuten lang die Stimmung schon mal sehr gekonnt an.  Die Musik ist eher simpel, aber für eine Party effektiv und recht kurzweilig (so wie die Musiker über die Bühne fegten hatten sie mächtig Spass in den Backen), auch wenn man sich die über fünf Minuten lange Bierbecherwerforgie von der Bühne zum Sänger, der sich hierfür vom Publikum zum Tisch nahe des Soundboards tragen lies, hätte sparen und dafür noch einen weiteren Song hätte spielen  können. Abwechslung ist hier aber nicht geboten, da sich alles recht gleich anhörte. Herausragende Songs: Bad News vom aktuellen Album „Still believe in Rock’n’Roll“ sowie Straight to Hell (erinnert mich irgendwie total an „Don’t drag me Down“ von Social Distortion) vom Debüt „GxDxWxB“ – Spass machte es aber schon und die Musiker eskalierten zum Schluss so richtig. Die Meute dankte es ihnen mit langanhaltendem Applaus. Schöne Sache, toller Abend und wer noch unschlüssig ist, ob er am 31. Mai an gleicher Stelle sein soll, ja. Unbedingt. (HJH)

Fotokredit HJH

 

 

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