altemaelze

Universal

Michael Schenker Group

Der Fan kauft sich diese CD eh, wer grandiose Hard Rock/Heavy Metal Musik mag, der auch!

Knapp ein Jahr nach dem letzten MSG-Longplayer „Immortal“ gibt es bereits Nachschub in Form von „Universal“. Wer hier dann aber einen Schnellschuss erwarten würde liegt falsch. Fett und top produziert von Michael Voss, instrumental hammermäßig eingespielt von internationalen Musikern der Topliga [Drummer Simon Phillips (Toto, The Who), Brian Tichy (Whitesnake, Foreigner), Bobby Rondinelli (Rainbow) und Bodo Schopf (Eloy, MSG), die Bassissten Bob Daisley (Black Sabbath), Barry Sparks (Malmsteen, Dokken) und Barend Courbois (Blind Guardian, Zakk Wylde)] und beseelt gesungen von Ronnie Romero ist das geniale swingende Gitarrenspiel von Michael Schenker das i-Tüpfelchen auf ein grandioses Scheibchen, das keine Füller (aber auch keine Ballade) aufweist. Michael Schenker glänzt fast durchgehend mit zwei Solos pro Song, die auch immer zum Lied passen (Ausnahme: „Long Long Road“) und wird unterstützt von seinem alten Weggefährten Steve Mann (auch an den Keyboards). Musikalisch bewegt man sich im ‚old school‘ Hard Rock-Bereich. „Under Attack“ und „Sad is the Song“ erinnern ob seiner leicht orientalischen Ausrichtung wahlweise an frühe Rainbow bzw. zweiter an „Innuendo“ von Queen, gepaart mit Rainbow, „Perfect Strangers“ von Deep Purple und Led Zeppelin. Leider hat genau dieser starke Song kein Solo bekommen – warum auch immer. „London Calling“ (kein Clash Cover) hat was von UFO, während einem bei „Yesterday is Dead” die Scorpions Anfang der 90er Jahre in den Sinn kommen. Aus dem Rahmen fallen drei Songs: „Wrecking Ball“ ist knallharter Heavy Metal der Judas Priest-Güteklasse. Kein Wunder singt hier doch Ralf Scheepers (Primal Fear, Gamma Ray, Tyrant). „Calling Baal /A King Has Gone“ hat dieses Helloween meets Rainbow-Feeling, auch dank Gastsänger Michael Kiske, das als Hommage an Ronnie James Dio zu seiner Zeit bei Rainbow zu sehen ist und einen ins Album „Rising“ von 1976 zurückversetzt. Passend dazu agieren hier dann auch die ehemaligen Rainbow Musiker Bob Daisley, Bobbie Rondinelly und Tony Carey, der das Intro „Calling Baal“ zum Besten gibt. Schlussendlich hätten wir dann noch mit „The Universe“ ein leicht balladesk angehauchtes Gesangsduett zwischen Ronnie und dem früheren MSG Sänger Gary Barden, wodurch sich der Kreis schließt zum ersten MSG Album von 1980. Von den beiden Bonustracks sticht hier vor allem „Turn of the World“ heraus, der meiner Meinung nach die beste Gesangsleistung von Ronnie auf dem ganzen Album bietet. Fazit: Der Fan kauft sich die CD eh, wer grandiose Hard Rock/Heavy Metal Musik mag, der auch. Und wer ein Fan von Yngwie Malmsteen ist, sollte es sich deswegen zulegen, um mal zu hören, wie man es richtig macht, damit eine Scheibe nicht im sinnlosen Gedudel endet. Von meiner Warte aus daher sechs Sterne für eine absolut runde Sache. (Atomic Fire) HJH

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