altemaelze

Looking Back

Winter

Hier blickt der Künstler auf sein bisheriges englischsprachiges Schaffen zurück und veröffentlicht zwölf ausgewählte Songs der letzten Alben vor „Pale Horse“ nochmal gesammelt.

Man soll das Eisen ja schmieden solange es heiß ist, und somit gibt es von Winter Nachschub in Form der, nennen wir es, Compilation „Looking Back“, mit der der Künstler auf sein bisheriges englischsprachiges Schaffen zurückblickt und zwölf ausgewählte Songs der letzten Alben vor „Pale Horse“ nochmal gesammelt veröffentlicht. Allerdings gibt es die Scheibe nur auf Vinyl oder als Download (Itunes, Deezer). Damit auch Besitzer der „normalen“ Alben was davon haben wurden die Lieder nochmal neu in den renommierten Finnvox Studios in Finnland neu gemastered. Inwieweit sich das ausgewirkt hat kann ich mangels Kenntnis der Originale nicht sagen, ist aber dann zumindest ein Kaufargument. Musikalisch hat sich nicht so viel verändert. Noch immer gibt es hauptsächlich Goth Rock in der Schnittmenge von Sister of Mercy, The Mission, aber auch poppigeres á la Unheilig bzw. HIM („Princess of  the Night“ bzw. „We wear black“) oder gar Depeche Mode zu hören, was auch der recht gleichförmigen Stimme geschuldet ist, die halt fast nur dunkle Töne kennt und recht wenig Abwechslung zeigt. Das Markenzeichen, fast schon Metal-Gitarrensoli in jedem Song, wird auch hier gepflegt, wobei man sagen muss, dass sie hier leider eher kürzer und doch recht gleich in der Art vorgetragen werden. Was nerven kann, ist der massive Einsatz eines grausigen Drum Computers, der immer gleichförmig von sich hintuckert. Hier wäre es cool gewesen, die gegen echte Drums gespielt von einem Drummer aus Fleisch und Blut zu ersetzen, sofern das möglich ist. Aus dem musikalischen Rahmen fallen dann aber doch ein paar Tracks raus: „Heartbreak Road“ hört sich an wie eine Kooperation von Danzig und Elvis und ist ein schöner, leider kurzer, fast schon Rock’n’Roll Song, das poppige „Gasoline“ mit Frauengastgesang bietet stimmlich Abwechslung ebenso wie „The Flyer“, wo mal nicht eine „Grabesstimme“ ertönt, und dann hätten wir noch den Albumrauswerfer „Take it slow“. Dieser stellt die Ballade des Albums dar, nur mit Piano, Streicher und Gesang, bevor ab der Mitte dann Drums und schneidige Gitarrensoli dazu kommen. Vom Aufbau und auf Refrain her ist das eine Hommage an Roxette „It must have been love“, denn so hört er sich fast an.  Nicht unerwähnt bleiben sollte „A Love worth dying for“, der das beste Gitarrensolo des Albums aufweist. Fazit: Im Gesamten bei weitem nicht so stark wie das aktuelle Album, gibt es von mir trotz der erwähnte Macken noch fünf Sterne. Fans des Genres bzw. des Musikers, und auch Besitzer der alten Alben, schlagen dennoch zu. (Winterzeit/Soulfood) HJH

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter