altemaelze

Ah wow ha

Synesthetic4

Wer die üblichen Jazz-Standards satt hat, sollte ein oder zwei Ohren riskieren!

Bei dieser ungewöhnlichen Austria-Jazzband spielen mit: Vincent Pongracz (Klarinette; Stimme; Komposition), Peter Rom (E-Gitarre; Komposition), Manu Mayr (E-Bass) und Andreas Lettner (Schlagzeug). Schon auf ihrem ersten Album „Pickedem“ (2019) grenzte sich das Quartett deutlich von jeglichen Stilzwängen ab und verließ ausgetretene Pfade. Dafür gab es viele Beifall, nicht nur von den Kritikern. Die Band wandelt zwischen Jazz, avantgardistischen Clubsounds und einer Prise Hip-Hop augenzwinkernd hin und her. Hier treffen vertrackte Beats auf verträumte Klänge, und aberwitzige Rhythmuswechsel auf versonnen-versponnenes Klarinettenspiel. Die Band schafft es immer wieder  – mit Spielwitz und akustischen Frechheiten – für Spannung und für Verblüffung zu sorgen. Als eingeschworenen Rockfan erinnern sie mich an die legendären und wunderbaren Progrocker GENTLE GIANT, die ebenfalls mit ungewöhnlichen Stilmitteln (z.B. Polyphonie) die Mainstream-Rock-Konsumenten zu knackigen Kommentaren genötigt haben. „Mei, is des crazy“ oder „Ui, keine leichte Kost“ waren noch zurückhaltende Äußerungen. Ähnliches dürfte SYNTHESTIC4 des öfteren passieren. Kein Wundern, denn die jazzverliebten vier Österreicher wollen sich “Freiheiten nehmen, Dinge erlauben und Elemente in ein ungewohntes Licht stellen”. Das ist ihnen gelungen. Wer die üblichen Jazz-Standards satt hat, sollte ein oder zwei Ohren riskieren. (Jazzwerkstatt) HuGe

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