altemaelze

Come Morning

Bros. Landreth

Hier wieder mal eine Doppel-Review - und HuGe und ACB sind beide begeister!
Ein Album zum Zuhören – sehr wohltuend in diesen schreierischen Zeiten!

Der Ausnahme-Slidegitarrist Joey Landreth, der von vielen Kritikern mittlerweile in einem Atemzug mit Größen wie Derek Trucks genannt wird, erweitert im Zusammenspiel mit seinem Bruder Dave Landreth am Bass das exzellent produzierte neue Americana-Songrepertoire auf dem neuen, nunmehr dritten Album „Come Morning“. Die Bros. Landreth bewegen sich im weiten Kosmos zwischen den Eagles und Steve Miller, ohne irgendwo zu kopieren. Ein Beispiel dafür ist der Opener „Stay“. Jeder der Songs ist geschmackvoll arrangiert und brilliert mit meisterhaften Harmoniegesängen. Die Musik ist überwiegend ruhig bis sehr ruhig und schleicht sich vollkommen unaufdringlich in die Ohren. Bei jedem Hören entdeckt man mehr Feinheiten, wie etwa punktierte Pedal-Steel-Gitarren. Besonders ruhig lässt es „You Don’t Know Me“ angehen, das langsam, aber trotzdem locker-groovig fließt. Wunderbar ist auch „Shame“, mit immer wieder gekonnt gesetzten Vocalharmonien. „Das übergreifende Thema ist Hoffnung“, sagt Joey Landreth. „Viele der Songs berühren schwierige Themen, zum Beispiel das Verarbeiten emotionaler Traumata und das Zurückfinden zu einer neuen Stärke. Es ist ein Mythos, dass man diesen Prozess jemals beendet. Dave und ich haben diese Reise gerade erst angetreten; deshalb ist diese   Platte auch eine Wiedergeburt dessen, was wir mit ’87 erreichen wollten. Wir arbeiten uns durch den Schmerz, verarbeiten ihn, packen unser sprichwörtliches Gepäck aus und fangen an, vorwärts zu gehen. Beim letzten Mal sind wir nur auf dem Teppich gelaufen, unter den wir alles Mögliche gekehrt hatten.“ Es ist das bislang eindringlichste, emotionalste und introspektivste Album dieser Brüder aus Kanada. „Come Morning“ ist ein Album zum Zuhören – sehr wohltuend in diesen schreierischen Zeiten. (Birthday Cake Records/The Orchard) acb

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Das kanadische Bruder-Duo „The Bros. Landreth“ bringt mit »Come Morning« im Mai 2022 auf Birthday Cake Records sein drittes Album auf den Markt. Dank ihrer zwei erfolgreichen Alben ‹Let It Lie» (2013) und ‹’87« (2019) hat die mit dem kanadischen JUNO-Award ausgezeichnete Band neben Kanada und den USA auch in Europa erfolgreich touren können. Nun wollen sie sich mit ›Come Morning‹ einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.  Auf dem Album beweist Joey Landreth in Zusammenarbeit mit Murray Pulver zum ersten Mal seine Fähigkeiten als Produzent. Abgemischt und gemastert wurde das Album von Greg Koller (Anderson East, Mac Miller, Bruce Springsteen, Katy Perry), darauf zu hören sind außerdem Leith Ross, Aaron Sterling (Taylor Swift, Shawn Mendes, John Mayer) und viele mehr. Schon beim ersten Track stelle ich die Lauscher auf. Da erklingt große Songwriter-Kunst. Die mitunter mehrstimmigen Gesangsparts sind beeindruckend und erstklassig; sowohl in den tiefen als auch in den hohen Stimmlagen. Musikalisch tut sich hier einiges, gezielt und wohldosiert werden – neben den in dieser Musikrichtung üblichen akustischen und elektrischen Gitarren – atmosphärische Synthesizer- und Keyboardklänge eingesetzt. Hier geht es zum Glück nicht um die manchmal etwas ermüdenden Low-Fi-Stromgitarrenbreitseiten plus dem Lonely Wolf als Sänger. „Come Morning“ erinnert mitunter – bei den optimistischen Songs – an AMERICA bzw. an eine soulige Version der EAGLES. Dieses sicherlich gewagte Kompliment kann ich mir bei dieser Band nicht verkneifen. Da bekommen glatt die von mir stets favorisierten FLEET FOXES Konkurrenz. Achtung Spoiler: Die Scheibe ist ein heißer Anwärter für meine Top-Five des Jahres im Dezember. Wer auf abwechslungsreichen und differenzierten Americana-Rock bzw. Roots-Rock steht, sollte hier unbedingt zugreifen. Denn – besser geht es nicht. (Birthday Cake Records) HuGe

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