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Lil‘ Beethoven

Sparks

In der Reihe „from the vaults“ wird im Mai ein Album der Sparks aus der Versenkung geholt. Die Sparks, das sind die Brüder Ron und Russell Mael, die in den 70ern ihren Durchbruch hatten. Bislang haben sie 25 Longplayer veröffentlicht, doch den großen kommerziellen Erfolg fuhr das Duo aus Pacific Palisades in Los Angeles trotz seiner Beharrlichkeit nie ein: Glam, Orchester-Pomp, Neo-Klassik-Pop, Rock-Avantgarde, Dancefloor-Trash, Musical-Extravaganza: Viele Hörer fühlten sich vom reichen musikalischen Oeuvre des Duos schlicht überfordert. Jetzt hat ihre Plattenfirma die Alben, die seit der Jahrhundertwende erschienen sind, mit der „21st Century Sparks“-Collection in Form von Deluxe-Neuauflagen auf CD und Vinyl neu veröffentlicht. Der erste Schwung erscheint bereits Ende April und enthält das minimalistisch-maximalistische Meisterwerk „Lil‘ Beethoven“ (2002).

Sparks sind eine US-amerikanische Band um die Brüder Ron und Russell Mael, die Anfang der 1970er in Los Angeles gegründet wurde. Ihren Durchbruch feiert das ungleiche Brüderpaar im Jahr 1974 mit dem Killer-Album „Kimono my house“. Das mitten im Glamrock-Fieber veröffentlichte Werk und die dynamisch-eingängigen Singles „This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us“ und „Amateur Hour“ bringen die Sparks auf die Titelseiten der Musikgazetten. Zwar begann die Band mit Pop und Glam Rock, entwickelte sich über diesen Rahmen jedoch hinaus und bewanderte ab den 1980ern auch Felder der elektronischen Tanzmusik. Den großen kommerziellen Erfolg fuhr das Duo aus Pacific Palisades in Los Angeles trotz seiner Beharrlichkeit nie ein, und das obwohl die Videos Anfang der 80er zum Clip-Grundstock des neuen TV-Senders MTV gehören. Glam, Orchester-Pomp, Neo-Klassik-Pop, Rock-Avantgarde, Dancefloor-Trash, Musical-Extravaganza: Viele Hörer fühlten sich vom reichen musikalischen Oeuvre des Duos jahrzehntelang schlicht überfordert. Einen Blick auf den Massengeschmack leisteten sich die Sparks denn auch nie und trafen ihn letztendlich auch selten. 2002 erschien mit „Lil‘ Beethoven“ das 19. Studioalbum von Ron und Russel Mael. Es enthält quasi-klassische Arrangements mit Streichern und Chören. Die Zeitschrift Record Collector kürte das Album zu einem der „besten neuen Alben des Jahres 2002“ und beschrieb es als „… möglicherweise die aufregendste und interessanteste Veröffentlichung, die jemals von einer so alteingesessenen Band veröffentlicht wurde“ und sagte später im Jahr 2003: „… es fühlt sich wirklich wie eines der besten Alben an, die jemals gemacht wurden.“ Und ein Kritiker in der BBC äußert sich so: „Ja, Lil‘ Beethoven ist brillant. Man muss sich das Album vielleicht ein paar Mal anhören, um es zu verstehen, denn es ist anders als alles, was man in diesem Jahr hören wird, und anders als alles, was die Sparks je veröffentlicht haben. Aber es ist die ganze Mühe wert.“ Und deshalb haben wir diesen Longplayer wieder aus der Versenkung geholt!