altemaelze

Generation Mind

Black Swan

Noch einen Ticken besser ist als das Debüt!

Bei sogenannten Supergroups, die das Label Frontiers zusammenstellt und dann Alben auf den Markt wirft, muss man ja immer vorsichtig sein. Nicht immer hält die Musik das, was die Namen versprechen, und die Halbwertzeit ist oft nicht länger wie die einer Eintagsfliege. Bei Black Swan ist das zum Glück anders. Die aus Robin McAuley, Jeff Pilson, Reb Beach und Matt Starr bestehende Band veröffentlicht zwei Jahre nach ihrem Debüt mit „Generation Mind“ den Nachfolger und macht alles richtig. Wessen Herz für 80er Hard Rock aber mit einer frischen Produktion schlägt, liegt hier goldrichtig. Robin singt mit seinen knapp 70 Jahren noch immer wie ein junger Gott, Reb schüttelt feinste Gitarrensoli aus dem Handgelenk (nix Geschredder, und somit kein Wunder, dass er neben Winger bzw. Dokken auch schon bei Whitesnake lange gespielt hat). Der Chef im Ring und Produzent Jeff Pilson hat die Scheibe nicht nur vorzüglich im eigenen Studio produziert (ok, die Drums haben dennoch dieses Frontiers Markenzeichen á la leichtes Humpeln), sondern lässt auch seinen Bass zu Wort kommen (zum Glück aber nicht omnipräsent im Mix). Drummer Matt Starr spielt einen gepflegten Beat und legt zusammen mit dem Bass ein richtig gutes Rhythmusfundament für die elf Songs plus Intro mit einer Länge von stattlichen 55 Minuten Spielzeit. Die Songs an sich bieten das Beste aus den Bands, wo die Mitglieder spielen bzw. spielten. Mal klingt es nach MSG (auch dem Gesang geschuldet) wie beim Titelsong oder „See you cry“ (hier schimmern auch Dokken durch), dann nach Whitesnake wie bei der wunderbaren Ballade „How do you feel“ (inklusive Hammondorgel). Zudem sind die härteren Scorpions immer präsent (auch wenn natürlich keiner dort gespielt hat, aber durch Michael Schenker indirekt eine Verbindung besteht) und wer die Hannoveraner Institution mag, wird sich bei Tracks wie „She hides behind“ (mit zwei dicken Gitarrensoli), „Eagles fly“ und „Killer on the loose“ (kein Thin Lizzy Cover, Song täuscht eine Ballade vor durch das Akustikgitarrenintro, mutiert dann aber zum flotten Rocker) ein Loch in den Bauch freuen. Der teilweise dreistimmige Gesang in den Refrains rundet ein klasse Album ab, das sogar noch einen Ticken besser ist als das Debüt „Shake the World“. Fazit: Verdiente sechs Sterne für ein Album ohne Ausfälle. (Frontiers) HJH

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal