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Magnum & Gotthard

Kritik zum Konzert am 24. April im „Airport“ in Obertraubling

Beide Bands dürfen gerne wiederkommen!

Bereits 2020 geplant und diverse Male Corona-bedingt verschoben, rockten Gotthard dann endlich am 24. April die „Eventhall“ im Airport in Obertraubling. Das Haus war voll, die Stimmung toll und Magnum, die Hard Rock-Legende aus England, gab den Einheizer. Eine Stunde lang machte die Band deutlich, dass auch im höheren Alter das Rocken noch immer klappt. Bob Catley war top bei Stimme und dirigierte gestenreich die Gesangswilligen bzw die Arme in die Höhe werfende Menge vor der Bühne. Tony Clarkin schraubte sich einige wirklich schöne Soli aus der Gitarre, und auch der Rest der Band agierte auf hohem Niveau. Leider machte der extrem matschige Sound (zumindest seitlich der Bühne, wo ich stand) das Ganze nicht immer zu einem Vergnügen. Dennoch verging die Stunde wie im Flug (mit leider nur zehn Songs) und machte deutlich, dass die neuen Songs zwar etwas poppiger ausfallen („The Monster Roars“ als einziger Song vom aktuellen Album oder „The Archway of Tears“ vom 2020er Album „The Serpent Rings“) aber auch mit den Klassikern mithalten konnten (u.a. „Kingdom of Madness, „On a Storyteller’s NIght“, „Days of no Trust“ oder auch „Sacred Hour“) und entsprechend vom Publikum abgefeiert wurden.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause rockte dann die Schweizer Hardrock-Institution Gotthard das Haus. Wer hier Balladen und seichtes Musizieren erwartet hat (auf CD ist das doch alles hin und wieder etwas lasch, aber dennoch gut), war hier schief gewickelt. Von der ersten Minute an gab die Band Vollgas bei bestem Sound jetzt (auf der Empore oben zumindest, und hier mit bester Sicht) und spielte sich fast durch das komplette Oeuvre. Lediglich „Need to believe“ fand, warum auch immer keine Berücksichtigung, und vom 1992er Debüt gab es leider dann nur das (wenn auch sehr gelungene) Joe South-Cover „Hush“ (vermutlich, weil es damals eine Singleauskopplung war). Das aktuelle Album „#13“ wurde natürlich, da die Tour entsprechend so heißt, mit gleich vier Songs bedacht, wobei mir nur dieser Megaphon-Gesang bei „10000 Faces“ etwas auf die Nüsse ging. Ansonsten überzeugte Nick Maeder mit Stimme, Bühnenpräsenz und Witz (die ganzen deutschen Wurstassoziationen waren echt zum Schreien) und gab ab und an einen passablen dritten Gitarristen. Apropos Gitarristen: Dachte man zu Beginn noch, dass Leo Leoni der Chef im Soloring ist, so musste man dann im Laufe des Konzertes konstatieren, dass auch Freddy Scherer nicht nur ein Topmann an der Rhythmusgitarre ist, sondern auch sehr pfeffrige Soli spielen kann. Und wenn sich dann ab und zu die beiden noch „duellieren“, geht beim Hard Rock Fan das Herz auf. Damit es nicht nur voll auf die Zwölf gibt, wurde dann in der Mitte des Konzerts eine kleine Unplugged Session mit drei Songs eingebunden, bevor wieder das Rockbrett regierte. Das Drumsolo (ich mag sowas ja nicht) bewies, dass Neuschlagzeuger Flavio Mezzodi ein Meister seines Fachs ist und auch während des Konzerts zusammen mit Bassist Marc Lynn ein extrem grooviges Fundament für die Songs bildete. Nach knapp zwei Stunden und einigen Zugaben war dann Schicht im Schacht und die Zuschauer begaben sich zufrieden auf den Heimweg, glücklich nach so langer Zeit wieder eine richtig fette Rockshow genossen zu haben. Mein Fazit: Beide Bands dürfen gerne wiederkommen. Wen die Songs näher interessieren, der kann sich bei setlist fm schlau machen. Die Magnum Songs stimmen hier 1:1 mit den bei den Konzerten vorher gespielten überein, bei Gotthard wurde die Songreihenfolge etwas abgeändert und ein oder zwei Songs gekickt (so fehlte z.B. das Abba-Cover„S.O.S.“ ). HJH

Fotokredit: ACB

 

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