altemaelze

Surviving The Law

Nazareth

Nazareth rocken und sind lebendig wie eh und je – auch auf Konserve!

Erneut beweisen Nazareth, dass sie nicht zu jenen Zombie-Bands gehören, die sich auf das ausschließliche Reproduzieren längst vergangener Hits in Konzerten beschränken. Nach „Tattooed On My Brain“ (2018) legen sie mit „Surviving The Law“ erneut ein klasse Album vor – das zweite in der Post-McCafferty-Ära. Mit Carl Sentance hat die Band den wohl bestmöglichen Nachfolger für den Ausnahmesänger McCafferty gefunden. Er versucht erst gar nicht seinen Vorgänger zu imitieren, sondern punktet mit Eigenständigkeit. Klar klingt es anders, aber der Geist der Band ist erhalten geblieben. Vor allem dank der meist kraftvollen Songs, auch auf diesem neuen Album. Man merkt: die Band lebt und will rocken. Der Opener „Strange Days“ erinnert vom Riffing her an den Titelsong der letzten Scheibe und zeigt die Trademarks der Band. „Runaway“ ist dank der Drums eine bewusste Reminiszenz an den Band-Klassiker „Razamanaz“. Voll auf den Punkt kommen „Sinner“, das lediglich knapp zwei Minuten fetzt, und „Ciggies And Booze“, das von Pete Agnews flatterndem Bass lebt. Aber es geht auch ruhiger. Etwa bei „Sweet Kiss“, das mit einem bluesigen Riff überzeugt, oder beim Rausschmeißer „You Made It“, einem langsamen Bluesrock der Sonderklasse. Hier zeigt sich die volle Bandbreite der Nazareth’schen Musik. Obwohl, eine Facette hat man sich (wohl bewusst) verkniffen: Eine Schmuseballade der Marke „Dream On“ oder „Love Hurts“ sucht man vergeblich. Fazit: Nazareth rocken und sind lebendig wie eh und je – auch auf Konserve. (Frontiers Music) acb

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