altemaelze

John Sloman

Two Rivers

Dieser Mix aus Rock, Folk, Americana und vielem mehr lässt einen nicht mehr los.

Dem geneigten Musikliebhaber ist John Sloman vor allem als Sänger von Uriah Heep auf dem unterbewerteten Album „Conquest“ in Erinnerung. Und auch als Frontman von Lone Star. Im Laufe der Zeit hat er aber auch einige gute Soloalben gemacht. Sein aktuelles heißt „Two Rivers“ und fordert den Zuhörer. Gott sein Dank will man sagen, in Zeiten, in denen vieles an Musik in reiner Oberflächlichkeit stecken bleibt. Sloman erzählt ungeschönt aus seinem Leben, aus seiner Karriere und nutzt dabei Musik, die oft mehrmaliges Hören braucht, um voll zu zünden. Aber schon beim Titelsong besticht das Arrangement, allem voran die düsteren bowieesken Harmonien. Auch bei „This River Is A Time Machine“ hörte man diese Harmonien, die sich ob ihrer Außergewöhnlichkeit sofort im Ohr festsetzen. Zusätzlich überzeugt die teils orientalische Instrumentierung. Dass es auch catchy geht, zeigt „Caerdydd (City On The River)“, das mit wunderbaren a-capella-Gesängen startet. „Scenes From An Old Biscuit Tin“ setzt sich dank der klasse arrangierten Stimmen sofort fest und auch bei „The Last Coalminer“, einem Highlight der Scheibe, findet man grandiose Harmonien und Sloman singt mit brüchiger, an Tom Waits erinnernder Stimme. Bei jedem Durchlauf entdeckt man neue Facetten auf dem Album. Die Musik geht in die Tiefe und kommt unaufdringlich daher. Sloman ist mit „Two Rivers“ ein hervorragendes Album mit langer Halbwertzeit gelungen. Irgendwann lässt dieser Mix aus Rock, Folk, Americana und vielem mehr einen nicht mehr los. (Red Steel Music/Cargo) acb

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