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My way

Udo Dirkschneider

Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag veröffentlicht nun auch Udo Dirkschneider mit „My Way“ einen bunten Strauß an Melodien, die seine musikalischen Vorlieben, aber auch Einflüsse in seinen jüngeren Jahren dokumentieren.

Über Sinn bzw. Unsinn von Cover-Alben lässt sich ja immer trefflich streiten. Fast pünktlich zu seinem 70. Geburtstag veröffentlicht nun auch uns U.D.O., oder hier unter seinem Namen Udo Dirkschneider firmierend, mit „My Way“ einen bunten Strauß an Melodien, die seine musikalischen Vorlieben, aber auch Einflüsse in seinen jüngeren Jahren dokumentieren, angefangen von den 60er Jahren bis in die Neuzeit. Dabei ist sowohl die Auswahl an Bands/Interpreten als auch die Songs selber teilweise etwas ungewöhnlich. Bands wie Uriah Heep, The Sweet, Rainbow, AC/DC oder auch Led Zeppelin kennt man natürlich, aber bei The Sensational Alex Harvey Band, The Crazy World of Arthur Brown oder auch Frankie Miller werden doch viele nichts damit verbinden. Und wenn dann wie bei Uriah Heep „Sympathy“ oder bei Motörhead „No Class“ gecovert werden und eben nicht „Lady in Black“ oder „Ace of Spades“, dann ist das schon interessant. Natürlich wird fast jeder irgendwo was zu meckern haben, a la „Paint it Black“ als Power Metal Version oder „We will rock you“ als fast schon Speed Metal – geht ja gar nicht. Aber wenn man mit offenen Ohren ran geht, passt das schon, außer siehe etwas weiter unten…. Leider geht aus dem Promozettel nicht hervor, warum Udo diese Bands/Interpreten und dann genau diesen Song gewählt hat. Dafür muss man sich dann doch die CD zulegen. Die Band (alte Accept Weggefährten von früher mit Peter Baltes, Stefan Kaufmann bzw. U.D.O. mit Mathias Dieth sowie Sohn Sven DIrkschneider von der aktuellen Besetzung von U.D.O.) ist top, geht mit Respekt an die Lieder heran, so dass man immer erkennt, was gerade gecovert wird, bringt aber auch die eine oder andere eigene Note mit rein. Das passt fast immer, die Gitarrensoli sind toll, die Rhythmusfraktion schiebt von hinten gut an und auch die Keyboards/Hammondorgel sind an den richtigen Stellen gesetzt. Nur bei „We will rock you“ gefällt mir das Solo nicht, „Nutbush City Limits“ ist mir viel zu forsch, hat dafür aber einen sehr coolen Horn-Section-Part bekommen und bei „Sympathy“ fehlt mir diese typische Ken Hensley Orgel. Die Produktion ist schön fett und auch der Gesang passt fast immer zu den Liedern, auch wenn man das rauhe, raspelige und leicht kreischige Organ schon mögen muss außerhalb von U.DO. oder Accept. OK. „Rock’n’Roll“ oder auch „We will rock you“ ist im Original gesanglich schon eine andere Nummer und hier stösst er schon an seine Grenzen. Dafür gibt es eine tolle Halbballade mit dem Frankie Miller Song „Jealousy“, eine mit Streichern, Orchester und Trompeten dargeboten Swing Nummer mit „My Way“ von Frank Sinatra und als Überraschung eine Dark Metal Version von Wolfsheims‘ „Kein zurück“. Das erste Lied von Udo auf Deutsch gesungen und ob seiner rockigen Ausrichtung (zumindest für mich) besser als das Original. Unterm Strich ist das eine coole CD, die sich Sammler/Fans von Udo, U.D.O. und Accept ins Regal stellen werden, Metal Fans hören erst mal rein, für den Rest ist das vermutlich eher nix und die bleiben dann lieber bei den Originalen. Ich gebe mal fünf Sterne her, auch wenn man wie immer Cover und Live CDs nicht bewerten sollte. (Atomic Fire Records) HJH

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